
Bürgerehrung 2008
Die Gemeinde Wietze ehrte bereits zum 7. Mal seit 1994 im Rahmen einer Feierstunde verdiente, ehrenamtlich tätige Bürgerinnen und Bürger
Rede von Bürgermeister Wolfgang Klußmann anlässlich der Bürgerehrung der Gemeinde Wietze am 16. Mai 2008 im Deutschen Erdölmuseum
Meine sehr geehrten Damen und Herren!
Zu der heutigen, mittlerweile schon siebten Bürgerehrung der Gemeinde Wietze darf ich Sie hier im Deutschen Erdölmuseum ganz herzlich willkommen heißen.
Ganz besonders begrüßen möchte ich die Damen und Herren, die ich heute für ihre besonderen Verdienste um das Gemeinwohl auszeichnen darf:
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Björn Gramer, der Mr. Überall aus dem Jugendtreff, sollte heute eigentlich ebenfalls geehrt werden. Er kann aber aufgrund eines schon lange geplanten anderen Termins leider nicht hier sein. Wir werden eine andere passende Gelegenheit finden, um ihn auszuzeichnen.
Weiter freue ich mich, dass ich wenigstens einen der leider nur noch zwei aus unserem Wahlkreis verbliebenen Abgeordneten des Nds. Landtages in unserer Mitte begrüßen kann. Herzlich willkommen, Thomas Adasch. Schön, dass Du Dir heute Abend die Zeit genommen hast und damit auch den Stellenwert, den das Ehrenamt in der Landesregierung genießt, unterstreichst.
Herzlich willkommen heiße ich selbstverständlich auch die Repräsentanten der Wietzer Vereine, die anwesenden Mitglieder des Gemeinderates, Familienangehörige und Freunde der zu Ehrenden und natürlich Herrn Dr. Salesch als Hausherrn, der uns freundlicherweise einmal mehr die Räumlichkeiten des Deutschen Erdölmuseums zur Verfügung gestellt hat.
Ganz besonders freue ich mich auch darüber, dass es uns gelungen ist, die Geschwister Yaltah, Attila und Valentino Worlitzsch aus Hambühren für die musikalische Begleitung des heutigen Abends für uns zu gewinnen. Das Worlitzsch-Trio, sowie jeder Einzelne, wurde beim Wettbewerb „Jugend musiziert” auf Landes- und Bundesebene mehrfach mit ersten und zweiten Preisen ausgezeichnet.
Selbst bei unserem Ministerpräsidenten Christian Wulff spielten die drei bereits Ende 2004 anlässlich einer Feierstunde.
2006 wurden Yaltah und Valentine mit dem „Eduard-Söring-Preis der Deutschen Stiftung Musikleben” und einem Sonderpreis der „Stiftung Jugend musiziert Niedersachsen” ausgezeichnet.
Wenn ich sie nicht selber schon anlässlich des Festaktes zur 100-Jahr-Feier Ovelgönnes gesehen und gehört hätte, würden mir diese Auszeichnungen Garantie genug dafür sein, dass Yaltah, Attila und Valentine dem heutigen Abend durch ihre musikalischen Darbietungen einen festlichen Rahmen verleihen werden, der dem besonderen Anlass unserer Bürgerehrung gerecht wird.
Freuen Sie sich jetzt gemeinsam mit mir auf W.A. Mozart...
| Yaltah, Attila und Valentino Worlitzsch |
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| Foto: Schröder |
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Meine Damen und Herren,
So verschieden die verdienten Bürgerinnen und Bürger, die wir heute mit einer Anstecknadel und einer Urkunde der Gemeinde Wietze ehren, auch sein mögen - eins haben sie alle gemeinsam: Sie zeigen nicht auf andere. sondern PACKEN SELBST MIT AN.
Sie alle kennen das berühmte Wort des ehemaligen US-Präsidenten John F. Kennedy: "Frage nicht, was der Staat für Dich tun kann, sondern frag, was Du für den Staat tun kannst."
Menschen wie Sie zeigen diese Eigeninitiative. Tagtäglich. Immer wieder neu. Zeigen Ideenreichtum. Und - was heute dringender denn je benötigt wird - selbstloses Engagement, Engagement für ANDERE Menschen. Und das ist alles andere als selbstverständlich: etwas für die bürgerschaftliche Gesellschaft zu tun. Etwas zu leisten, ohne dafür etwas zu bekommen. Etwas für das zu tun, was man das GEMEINWOHL nennt. Dieses Gemeinwohl ist eine der wichtigsten, wenn nicht die wichtigste, Säule unserer Gesellschaft. Das klingt vielleicht trivial und mag, wenn leicht daher gesagt, den Anschein von Inhaltslosigkeit vermitteln. Aber stellen wir uns doch einmal gemeinsam ein Wietze ohne funktionieren-des Gemeinwohl, ohne ehrenamtliches Engagement vor:
Blutspenden könnten Sie im Krankenhaus in Celle - aber wer fährt schon nach Celle, um Blut zu spenden?
Seniorentreffen? Fehlanzeige! Der gesellschaftliche Kontakt der älteren Menschen würde sich auf ein Mindestmaß reduzieren - eine grausige Vorstellung.
An eine Kleiderstube, Anlaufstelle für viele Bedürftige, um sich mit dem Nötigsten zu versorgen, ist schon gar nicht zu denken.
Vereine würden nicht existieren, weil mit hauptamtlichen Vorständen betrieben, nicht zu finanzieren.
Jugendarbeit in den Vereinen würde es dann ebenfalls nicht geben - mit katastrophalen gesundheitlichen und vor allem sozialen Folgen. Kulturelle Veranstaltungen, wie Theateraufführungen, Weinfeste, Erntedankfeste usw., würde man vergeblich suchen.
Auch eine freiwillige Feuerwehr wäre ein Hirngespinst. Keine Frage: einer Pflichtwehr könnte der Brandschutz und das Rettungswesen sichergestellt werden. Aber Hilfe in Hochwasserlagen, Rettung von Tieren, Altpapiersammlungen und und und - denken Sie gar nicht dran.
Das Erdölmuseum würde ebenso wenig betrieben werden können wie das Hallen- und Freibad.
Und auch das Schützenwesen und die damit verbundenen Traditioen würden wir bald nur noch aus Geschichten über vergangene Tage kennen. Diese Liste könnte noch beliebig fortgesetzt werden, aber auch so kann ich schon eines feststellen: Die Gemeinde Wietze wäre ohne ehrenamliches Engagement ein Ort, in dem man kaum gerne leben möchte, den man man kaum wirklich lieben könnte.
Ich finde diese Vorstellung wirklich schrecklich. Umso mehr sollten wir uns verpflichtet sehen, jede Gelegenheit zu nutzen, um das Ehrenamt in den Fokus der öffentlichen Wahrnehmung zu rücken, um die immense Bedeutung des freiwilligen Engagements immer wieder zu unterstreichen und verdeutlichen. Vielleicht tun wir das bis heute - trotz aller Anstrengungen - immer noch zu wenig, denn auch bei uns ringen und kämpfen Vereine langer Tradition um Nachwuchs und Nachschub für ehrenamtliche Funktionen. Früher war es eine Ehre, ein Amt zu bekleiden, heute ist es ein mühseliges und oft zutiefst undankbares Geschäft. Insofern steht auch die Bürgerehrung als Ausdruck der Dankbarkeit, aber auch als Motivation weiterzumachen und weiter zu gestalten. Es bleibt auch in Zukunft so: Die Gemeinde kann nur den Rahmen für Gemeinschaft geben, das eigentliche, stabilisierende Rückgrat, das ständig pochende und lebendige Herzstück sind und bleiben unsere Vereine, unsere Verbände, unsere Einrichtungen mit ihren freiwilligen und ehrenamtlichen Helfern, die, meist hinter den Kulissen, großartige und unbezahlbare Kärnerarbeit vollbringen.
Die Ehrung verdienter Bürgerinnen und Bürger der Gemeinde Wietze ist nicht Selbstzweck. Sie ist vielmehr Ausdruck und Zeichen des Dankes, eines herzlichen und ehrlichen Dankes, den wir Ihnen aufrichtigen Herzens heute Abend entgegenbringen wollen. Ihnen und Ihrer Arbeit Leistung gelten unser Dank und unser ehrlicher Respekt.
Meine Damen und Herren,
ich hoffe, dass ich nichts Falsches erzähle, wenn ich sage, dass wir hier zum ersten Mal überhaupt zwei Ehepartner gemeinsam ehren können. Uta und Peter Höhne bringen sich in unterschiedlichen Bereichen doch gemeinsam, weil hingebungs- und liebevoll, mit ihrem ehrenamtlichen Engagement in unsere Gesellschaft ein.
Uta Höhne ist seit 1988, also seit 20 Jahren, die Vorsitzende des Fotoklubs „Fotofreunde Wietze”. Es ist ihrer Arbeit zu verdanken, dass die Fotofreu als Bestandteil des Wietzer Vereinslebens weiterhin existieren und den Fotointeressierten der Gemeinde als Ansprechpartner dienen können.
Peter Höhne ist Gründungsmitglied und Vorsitzender der „Handvoll Wieckenberger”. Ohne die jahrzehntelange Arbeit des Vereins und die ebenso lange Arbeit seines Vorsitzenden würde im kulturellen Bereich der Gemeinde Wietze ein wichtiger Aktivposten fehlen.
Mit der Aufführung von Theaterstücken mit anschließendem Danz op de Deel, aber auch mit der Beteiligung an Aktivitäten Dritter, wie z.B. dem Erntedankfest oder der Baumpflanzaktion an der Stechinellistraße, machen sich die Handvoll Wieckenberger um die Kultur und den sozialen Zusammenhalt in unserer Gemeinde verdient.
Die vorschlagende Gruppe Vondracek/Die Grünen hat es so formuliert: Die Handvoll Wieckenberger sind ein Aktivposten, der erfunden werden müsste, wenn er nicht bereits von Peter Höhne und seiner Handvoll "beackert" würde.
Vielen Dank für die geleisteten Dienste und herzlichen Glückwunsch, Uta und Peter Höhne.
| Uta und Peter Höhne |
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| Foto: Schröder |
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Wenn ich Ihnen Stichworte wie: Wirbelwind, Schießen, Musik und gute Laune zurufe, wissen Sie sicherlich, von wem die Rede ist. Natürlich spreche ich von Regine Olbrich.
Regine Olbrich ist seit mehr als 20 Jahren Mitglied des Schützenvereins Wietze-Steinförde, wo sie sich zunächst und bis heute noch aktiv im Spielmannszug einbrachte. Seit 1997, also seit mehr als elf Jahren, ist sie 1. Festleiterin des Vereins und damit Mitglied des geschäftsführenden Vorstandes.
Als 1. Festleiterin ist sie dafür verantwortlich, dass im Grunde bei allen Veranstaltungen des Vereins das Drumherum, wie z.B. die festliche Dekoration, die Bewirtung, das Rahmenprogramm, die Urkunden usw... stimmt. Und auch als Moderatorin macht sie eine hervorragende Figur, wie wir anlässlich des Kreismusikfestes im vergangenen Jahr feststellen konnten.
Insgesamt ist das Amt mit einer enormen zeitlichen Belastung verbunden, die nach außen meist auch nicht annähernd sichtbar wird.
Liebe Regine, Du bist als wesentlicher Bestandteil weder aus dem Spielmannszug noch aus dem Schützenverein Wietze-Steinförde wegzudenken und so darf ich Dir heute auf Vorschlag des Schützenvereins Wietze-Steinförde die Ehrenurkunde und die Ehrennadel der Gemeinde Wietze verleihen.
| Regine Olbrich |
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| Foto: Schröder |
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Auf Vorschlag des Deutschen Roten Kreuzes, Ortsverein Wietze, ehren wir heute Frau Gerda Berlin, die seit 1959, also seit fast einem halben Jahrundert, Mitglied des Ortsvereins Wietze des Deutschen Roten Kreuzes ist.
Frau Berlin war in den ersten vier Jahren „nur” passives Mitglied. Ich nehme aber an, dass in dieser Zeit ein Jucken in den Fingern zu wachsen begann, das bis zum Jahre 1963 so stark wurde, dass ihr die passive Mitgliedschaft nicht mehr ausreichte.
Und so übernahm sie im Jugend-Rot-Kreuz die Aufgabe einer Gruppenleiterin. Diese Funktion übte sie über insgesamt 12 Jahre aus, in denen sie sich immer wieder fortbildete, um den wachsenden Ansprüchen zu genügen.
Daneben unterstützte sie auch die Gemeinde Wietze als Betreuerin bei Ferienfreizeitfahrten nach Scharbeutz, sie leistete Hilfe im Auffanglager Friedland, als sog. Bezirksfrau hat sie jahrelang die Mitglieder zu Hause besucht und die Mitgliedsbeiträge kassiert, sie übernimmt bei den regelmäßigen Blutspenden hauswirtschaftliche Arbeiten und auch in der Kleiderstube war und ist sie bis heute noch aktiv dabei.
Unermüdlich ist Gerda Berlin für andere da, nie müde, immer ein „Riese”, obwohl sie eine „kleine” Frau ist."
U.a. mit diesen Worten wurde Frau Berlin vom Deutschen Roten Kreuz, Ortsverein Wietze, für die Bürgerehrung vorgeschlagen.
Nachdem, was wir eben gehört haben, kann ich mich diesen Worten nur anschließen. Für die geleistete ehrenamtliche Arbeit sage ich Ihnen. auch im Namen des Rates der Gemeinde Wietze. herzlichen Dank.
| Gerda Berlin |
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| Foto: Schröder |
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Die nächste Auszeichnung erhält ein Mann, der seine Freizeit in besonderer Weise dem Sport verschrieben hat:
Seit 1974 ist er Mitglied im TSV Wietze und Mitbegründer der Schwimmabteilung im gleichen Jahr. Und wie es sich für einen ordentlichen Mitbegründer gehört, übernahm er sofort Verantwortung:
Von 1974 bis 1989 war er Leiter und Trainer der Schwimmabteilung und damit maßgeblich am Aufbau und vielen Erfolgen der neuen Abteilung im TSV beteiligt.
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Für seine Verdienste um den Verein und den Sport wurde er 1990 mit der goldenen Vereinsnadel des TSV Wietze und 2005 mit der silbernen Ehrennadel des Landessportbundes ausgezeichnet.
Für seinen unermüdlichen Einsatz erhält er heute auf Vorschlag des TSV Wietze die Ehrenurkunde und die Ehrennadel der Gemeinde Wietze. Sagen Sie mit mir gemeinsam: Danke schön, Klaus Franke.
| Klaus Franke |
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Meine Damen und Herren.
die soeben Geehrten sind nach meinem Verständnis ein Glücksfall für ihre Vereine und die Gemeinde Wietze. Dieses Glück gilt es mit beiden Händen festzuhalten und ich hoffe, dass wir mit der heutigen Bürgerehrung ein Stück dazu beitragen können. Herzlichen Glückwunsch noch einmal allen Geehrten.
Zum Abschluss des offiziellen Teils des heutigen Abends hören wir nun gleich noch einmal das Worlitzsch-Trio mit einem Werk von Ludwig von Beethoven. Vorher möchte ich mich aber bei Ihnen allen für Ihr Kommen bedanken und Sie herzlich einladen, noch ein bisschen zu bleiben. Um Ihnen die weitere Zeit hier im Deutschen Erdölmuseum sozusagen schmackhaft zu machen, haben wir nebenan im Bistro ein kleines Buffet vorbereiten lassen. Hierfür möchte ich mich bei Herrn Dr. Salesch und seinem Team ganz herzlich bedanken.
Und nun meine Damen und Herren: das Worlitzsch-Trio und Ludwig von Beethoven.
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| vom 24.05.2008 |
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| vom 01.06.2008 |
Gemeinde Wietze ehrt verdiente Bürger
WIETZE. Kürzlich ehrte die Gemeinde Wietze im Deutschen Erdölmuseum bereits zum siebten Mal Bürgerinnen und Bürger, die sich in ehrenamtlicher Tätigkeit in besonderer Weise um das Gemeinwohl verdient gemacht haben.
Bürgermeister Wolfgang Klußmann zeichnete ein Schreckensszenario auf, als er die anwesenden Gäste bat, sich Wietze als einen Ort ohne ehrenamtliches Engagement vorzustellen: An Blutspenden, Seniorentreffen oder eine Kleiderstube sei nicht zu denken, Vereine seien nicht zu finanzieren und würden ihre wertvolle Jugendarbeit einstellen müssen, kulturelle Veranstaltungen würde es ebenso wenig geben wie die Freiwillige Feuerwehr, das Schützenwesen, das Deutsche Erdölmuseum oder das Hallen- und Freibad. „Ich finde diese Vorstellung wirklich schrecklich”.
Musikalisch begleitet wurde die Bürgerehrung von dem Geschwistertrio Attila, Yaltah und Valentino Worlitzsch aus
Hambühren, mehrfache Preisträger beim Wettbewerb „Jugend musiziert” auf Landesund Bundesebene, die mit Werken von Mozart und Beethoven nicht nur für einen festlichen Rahmen sondern auch für große Begeisterung bei den geladenen Gästen sorgten.
Geehrt wurden drei Frauen und zwei Männer:
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