
Salzberg
Der Salzberg ist die ehemalige Abraumhalde des Kaliwerkes Steinförde
(Lageplan)
| Der Salzberg in den 80er Jahren | |
| weißer Salzberg | dunkler Salzberg |
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Der Salzberg ist auch heute noch ein Wetterprophet
Die verschiedenen Verfärbungen entstehen durch Feuchtigkeitsveränderungen.
Wird das Wetter am nächsten Tag gut, ist er hell und strahlt in schönem weiß.
Wird das Wetter schlecht, ist er grau, dreckig und kaum mehr als Salzberg zu erkennen.
Der Salzberg ist in der Vergangenheit - besonders in den Nachkriegsjahren - zu einem beliebten Spielplatz für die Kinder geworden. Zu Hause gab es dann oft Ärger mit den Eltern, da das Salz die Schuhe angreift.
Der Salzberg wurde mit der Zeit immer niedriger (siehe "Allgemeines zu Kalihalden") und was heute davon übrig ist, ist eine wenig beeindruckende hügelige, zerklüftete Fläche. Früher war der Berg höher als die Häuser in der Umgebung.
Allgemeines zu Kalihalden
Kalihalden (oder korrekt: Rückstandshalden der Kaliwerke) enthalten die unerwünschten Nebenbestandteile des Kalirohsalzes, die bei der Aufbereitung und Herstellung von Kalidünger und Kalichemikalien abgetrennt worden sind. Es handelt sich hauptsächlich um Steinsalz. Dort wo Hartsalze gewonnen wurden, sind in der Regel auch erhebliche Mengen Kieserit und Anhydrit enthalten.
Typische Zusammensetzung von Kalihalden (Gew.%):
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Durch Niederschläge werden aus den Kalihalden ständig Salze heraus gewaschen. Ein Teil dieser Haldenlösungen fließt in die Randgräben der Halden und wird von dort in die nächsten Fließgewässer oder ins tiefere Grundwasser eingeleitet. Der Rest versickert durch die Haldenbasis im Untergrund und gelangt so ins oberflächennahe Grundwasser.
Eine nennenswerte Verdunstung der Haldenlösungen findet im Jahresmittel nicht statt, weil Salze hygroskopisch sind. Es ist sogar wahrscheinlich, dass größere Mengen Luftfeuchtigkeit von den Salzhalden absorbiert werden.
Kalihalden bestehen fast vollständig aus Steinsalz, das (im reinen System NaCl-H2O) eine Löslichkeit von 360 kg NaCl pro Kubikmeter Wasser hat (entspricht 2,78 m³ Wasser pro Tonne Salz). Die Kalihalden werden daher durch Niederschläge mit der Zeit abgetragen, jedes Jahr um ca. 10 Zentimeter. Bei einer typischen Höhe von 100 Meter über Gelände dauert es also rund 1000 Jahre, bis eine Halde weg geregnet ist.
Aufgrund ihrer Größe haben Kalihalden ein enormes Versalzungspotential. Eine typische Halde von 30 Millionen Tonnen kann bis zu ihrer vollständigen Auflösung bis zu 72 Kubik-Kilometer Süßwasser unbrauchbar machen, indem der Chlorid-Grenzwert der Trinkwasserverordnung (250 mg/L Cl) überschritten wird. Dadurch werden besonders die Trinkwassergewinnung und die landwirtschaftliche Nutzung von Grundwasser auf Jahrtausende beeinträchtigt. Verschärft durch künftig höheren Wasserbedarf infolge des Klimawandels, kann dies fatale Folgen für ganze Regionen haben.
Die deutsche Kali- und Salz-Industrie leugnet immer noch, dass von ihren Kalihalden eine Gefahr für das Grundwasser ausgeht. So wird behauptet, Kalihalden seien dicht und eine Versickerung ins Grundwasser unmöglich. In den elsässischen Kaliminen freilich hat man schon vor Jahren damit begonnen, die Kalihalden zu beseitigen, weil die Halden dort ein massives Versalzungsproblem im Grundwasser verursacht haben. Die in Deutschland verantwortlichen Behörden unternehmen bisher nichts, um die Grundwasserversalzung im Bereich von Kalihalden aufzuklären.











