
Zigeuner, Jongleure...
In den Jahren 1930-32 kamen öfter Zigeuner nach Wietze mit Pferd und Wagen. Die hatten einen echten Bären dabei, einen „Tanzbären!“ Auf unserem Hof, nicht an der Straße, ging das los. Mit einem Tamburin wurde der Takt geschlagen und der Bär tanzte danach. Mit dem Hut wurde dann Geld gesammelt. Wir Kinder staunten über das mannsgroße Tier. Nach 1933 war das wegen Tierquälerei verboten.
Oft kam auch ein Drehorgelspieler, meistens saß auf der Orgel ein Maki-Affe. Wieder ging der „Hut“ herum.
Als kleiner Junge habe ich oft den Bauern beim Skat oder „Beste Buer“-Kartenspiel zugeschaut. Manchmal habe ich dann geflüstert, welche Trümpfe der Nebenmann hatte. Das gab schon mal eine Rolle Drops.
Ganz toll fand ich die Sprüche, die beim Skat so fielen. „Und den von vorn“, „Was sone Ente für Fett hat.“, oder „ Wie kannst du von einem Toten noch einen Furz verlangen“. War das spannend, richtige Kraftausdrücke!
Ich wollte, dass der alte Herr Heinrich Helms mir das Skatspiel bei bringen sollte. Da bekam ich die Antwort:“ Junge, wer´t kann, de kann`t, tau lehren is`t nich!“
Da hab ich gedacht, dass ich dafür nicht schlau genug bin. Ich habs auch später nicht gelernt, aber alle anderen Kartenspiele.
Im Kinosaal trat ein richtiger Jongleur auf. Der konnte Balance-Kunststücke machen.
Ein Stab mit einer Platte und 6 Gläsern mit einer roten Flüssigkeit balancierte er erst in der Hand und dann auf der Kinnspitze und nichts passierte. Das wollten wir natürlich auch können. Ein Besenstiel, eine Platte drauf genagelt, ein paar Holzklötze drauf, das kriegten wir schon hin. Erst mal Sicherheit gewinnen und dann was gläsernes. Wir wurden immer besser. Es ging aber auch was zu Bruch. Jonglieren war aber ein tolles Thema.
Wichtig für uns war, immer genau zu beobachten, daraus Schlüsse ziehen, um sicher zu arbeiten und immer was neues anfangen und wenig Schaden anrichten.







