Kennen Sie schon das Gesellschaftsspiel Unser Wietze?

Posaunenchor Wietze: Historie

Posaunenchor Wietze

Historie
(der Beitrag basiert insbesondere auf Erzählungen von Hermann Hoppenstedt - aufgeschrieben von Margret Pfeiffer)

Für die Wietzer begann alles im Herbst 1907, als Pastor Isenberg den "Posaunenchor Wieckenberg" ins Leben rief.
22 junge Leute fanden sich zusammen. Zunächst mussten Noten gelernt werden, ebenso wie die Technik des Blasens. Das Schwierigste war, die Gruppe zusammenzuhalten, die immer wieder abzubröckeln drohte.
Schließlich gehörten zum Chor: 5 Flügelhörner, 2 Tenorhörner, 1 Tuba, 1 Helikon, 1 Zugposaune.

Zum Ostergottesdienst 1908 war es dann soweit: Der Chor trat in der Stechinelli-Kapelle erstmals öffentlich auf. Aber wann klappt schon alles perfekt bei einer Premiere? Das "Lobe den Herren" ertönte recht unsicher und holprig von der Empore herunter, erzählen alte Berichte. Aber was machte das? Ein Anfang war gemacht.

In den folgenden zwei Jahren schieden aus dem Ensemble durch berufliche Veränderungen eine Reihe seiner jungen Mitglieder aus, so dass man sich bemühte, möglichste verheiratetet und ortsansässige Gemeindemitglieder zu werben. Abgesehen von den ersten Übungsstunden, die in einer Schulbaracke in Steinförde stattfanden, kam man bis zum Beginn des Ersiten Weltkriegs 1914 im Vereinshaus zusammen und machte gute Fortschritte, bis der Krieg zu einer längeren Pause zwang. Dieser ließ den Chor für ein paar Jahre verstummer; nach dem Krieg war er stark reduziert, einige der jungen Leute waren nicht heimgekehrt: Wilhelm Drösemeyer, Wilhelm Othmer, Heinrich Kranz, Heinrich Niebuhr, Georg Reinnagel und die Lehrer Pletke und Reinicke.

Beim Neuanfang im Jahre 1919 unter der Leitung von August Engelke galt es, den verstorbenen Mitgliedern zu Gedenken.
Als 1920 Lehrer Fritz Pape den Posaunenchor übernahm. war die Zahl der Bläser wieder auf zwölf angewachsen. Die Wieckenberger waren stark vertreten, so dass man auch die Übungsstunden in den Ort verlegte. In den zwölf Jahren unter der Leitung Papes hatte der Posaunenchor viele Auftritte zu Einweihungen von Ehrenmalen in und außerhalb der Kirchengemeinde und wurde auch oft in die Nachbargemeinden eingeladen.
Es versteht sich von selbst, dass die Chormitglieder mit ihren Instrumenten zu allen Veranstaltungen mit dem Fahrrad unterwegs waren.

Die Leitung des Chores wechselte im Laufe der Jahre und Jahrzehnte noch viele Male.
Nach einer einjährigen Leitung durch den Lehrer Meyer wurde der Chor dann durch Pastor Benjes betreut. Im Sommer 1936 erschwerte die politische Entwicklung die Chorarbeit immer mehr, so dass sie bald ganz eingestellt werden musste.
Der Zweite Weltkrieg veränderte auch die Gemeinde Wietze seht stark. Der seinerzeit aus Hamburg evakuierte Pastor Heldmann erweckte den Posaunenchor im Herbst 1945 zu neuem Leben. Zu den in der Wieckenberger Schule angesetzten Übungsstunden kam mancher neue Bläser.
Durch den plötzlichen Tod des Dirigenten Georg Anninghöfer sen. 1947 verlor der Chor aber schon bald einen guten Musiker. Für drei Jahre nahm danach Hermann Hoppenstedt die Leitung, um diese dann 1950 in die Hände von Pastor Schuster zu übergeben. Unter seinem Vorsitz wurde 1951 das alte Statut von 1908 durch eine neue Chorsatzung abgelöst. 1952 wurde die Leitung an den Berufsmusiker Walter Emmrich übertragen und der Chor konnte sich weiter profilieren. Besonders zu nennen sind hier die Liederabende im Frühjahr 1955.
Nachdem 1959 der Diakon Schröder die Leitung übernommen hatte (Walter Emmrich wechselte leider bei Gründung der Feuerwehrkapelle über), fand 1960 wieder ein Kreisposaunenfest in der Gemeinde statt, diesmal in Neuwietze. Ab 1962 unter der Leitung des Lehrers Manfred Holz wuchs der Chor weiter. 1980 entstand durch das große Engagement von Holz die Chorgemeinschaft Wietze/Hambühren/Oldau-Ovelgönne mit bis zu 40 Mitgliedern. Da die Einsätze in den drei Kirchengemeinden aber auf Dauer nicht zu bewältigen waren, trennten sich die Wietzer und arbeiteten unter der Leitung von Heinrich Drösemeyer weiter. Heute leitet er immer noch den Chor, bestehend aus rund 20 Bläsern - Anfängern und Könnern, Jung- und Altbläsern von 10 bis 75 Jahren.

Vor 100 Jahren durften Frauen höchstens zuhören, heute liegt die Quote der weiblichen Aktiven bei 50 %.
Mit Können, liebevoller Geduld und Motivation bildet Ruth Drösemeyer die Anfänger aus. Auch so kann langjährige Jugendarbeit in einer Kirchengemeinde aussehen.

Nach wie vor werden die Gottesdienste von dem Posaunenchor mitgestaltet, der ein lebendiger Teil der Kirchengemeinde ist. Der Chor spielt nicht nur zu kirchlichen Anlässen in der Gemeinde und im Landkreis, sondern auch bei Ehrentagen und hohen Anlässen. Und er arbeitet auch gut mit dem Kirchenchor der Gemeinde zusammen.


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