
Die Gebeine des Königs
Es war einmal ein spanischer König, der war sehr stolz auf seine Herkunft und bekannt für seine Grausamkeit gegenüber Schwächeren.
Einmal wanderte er mit seinem Hofstaat über ein Feld in Aragon, wo Jahre zuvor sein Vater in einer Schlacht gefallen war. Dort trafen sie auf einen heiligen Mann, der in einem riesigen Haufen Knochen wühlte.
"Was tust du da?" fragte der König.
"Seid gegrüßt, Majestät", sagte der heilige Mann. "Als ich erfuhr, dass der König von Spanien hierher kommen sollte, beschloss ich, die Gebeine eures verstorbenen Vaters zu sammeln, um sie euch zu überreichen. Doch sosehr ich auch suche, ich kann sie nicht finden:
Sie unterscheiden sich nicht von den Gebeinen der Bauern, der Armen, der Bettler und der Sklaven.'
(Paulo Coelho, brasilianischer Schriftsteller, geb. 1947)








