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Die alte Aller-Fähre

So bei dem Stromkilometer 29,5 war bis zum Kriegsende eine Wagenfähre über die Aller zur Bannetzer Seite eingerichtet. Wir Jungs haben sehr oft dort gebadet. Die Fähre war unser Sprungbrett, wenn die Fähre nicht fuhr. Der Fährmann war Willi Gleue. Der mochte uns nicht sonderlich, wir haben wohl mehr Unsinn angestellt, als er tolerieren wollte. Oft hat er uns mit seinem Fährhaken gedroht. Wir sprangen dann ins Wasser und tauchten unter der Fähre durch. Das gefiel ihm gar nicht.

Zwei Pferdegespanne mit Erntewagen standen hintereinander, hatten Heu oder Stroh, oder Garben geladen, meist in Richtung Bannetze. War man auf der anderen Seite gelandet, gab schon mal der Kutscher die Peitsche und der Wagen preschte los. Willi Gleue fluchte fürchterlich: Der Kutscher hatte nicht bezahlt! Er sagte dann: Warte mal, beim nächsten Mal zahlst du doppelt. Dann hat er sein Fährgeld schon bekommen.

Die Fähre hat jahrelang gute Dienste getan. Dann wurde das Seil abmontiert und das schöne Schiff „entführt”. Ob es an anderer Stelle wieder verwendet wurde, hab ich nicht erfahren. Aber ich gehe noch oft an die alte Fährstelle und schwimme meine 400 Meter, wie früher. Das Allerwasser ist z. Z. blitzsauber. Nur der Einstieg und Ausstieg ist etwas gewöhnungsbedürftig. Da sind große Feldsteine und etwas Matsch.

Wenn ich dann auf meiner Decke liege, denke ich an frühere Zeiten, und genieße die Ruhe, höre die Vögel rufen. Das kann mir kein Schwimmbad geben. So 300 Meter stromabwärts ist die sogenannte Riemann-Bucht. Da lagen bis zu vier Kähne. Damit konnten die Bohrarbeiter der DEA zur Bannetzer Seite rüber rudern, wovon reichlich Gebrauch gemacht wurde. Mein Freund Karl-Heinz Henkel und ich wollten einmal unsere Leistungsfähigkeit testen. Wir starteten in der Riemann-Bucht und schwammen gegen den Strom bis zur Fähre. Wir haben das geschafft, lagen dann aber völlig ausgepowert auf der Fähre.

Zwischen der Fähre und der Bucht befand sich in einem Seitenarm die Wietzer Badeanstalt. Da waren 2 Sprungbretter, Herbert Misch aus Hombostel war der Schwimmmeister. Karl-Heinz und ich waren längst Rettungsschwimmer und wir schwammen aus gutem Grund nur in der Aller. In der „Badeanstalt” hatte man immer einen Schwarzen Rand um den Hals: Da schwamm Wietzer Erdöl auf der Wasseroberfläche. Frau Hanna Dolk aus Wietze hat das schon mal beschrieben.

Helmut Speiel