
Volksschule Wietze: Episoden aus meiner Schulzeit
Ein paar kleine Episoden aus meiner Schulzeit in Wietze
(Von Friedhelm Immig, gen Just)
Nach der Einschulung in Wietze kam eine der beiden ersten Klassen, in dieser war ich, ins Gartenhaus zu Fräulein Reckel, die andere erste Klasse bekam Herr Arnold Meier.
Bei Fräulein Reckel begannen wir mit dem Malen. Scheinbar hatte ich keine Lust, packte nach ein paar Tagen einfach meinen Schulranzen, der aus Pappe war, und begab mich in die Klasse von Herrn Arnold Meier und sagte ihm: „Ich habe keine Lust bei Fräulein Reckel zu bleiben, ich möchte in ihre Klasse gehen.”
Herr Meier wies mir, ohne lange zu fragen, warum, weshalb, wieso, einen Platz in dieser Klasse zu, und so blieb ich in der Parallelklasse.
Ein weiterer Lehrer ist mir in guter Erinnerung: Herr Wiener.
Ein strenger Lehrer, bei dem wir auch etwas lernten. Wir hatten bei ihm die Fächer Rechnen, und Erdkunde. Hier lernten wir das Einmaleins aus dem ff.
Morgens mussten wir immer aufstehen, und wie es sich gehörte, sagten die Schüler geschlossen: „Guten Morgen Herr Wiener”. So was ist heute ja verpönt.
Nach seinem „Guten Morgen” ging es los. 6 x 8, 7 x 5 usw.
Wer es wusste, rief laut die Lösung und durfte sich hinsetzen.
Wer als Letzter stehen blieb, hatte nicht gut gelernt.
Dies wollte sich aber keiner von uns nachsagen lassen, und so lernten wir alle.
Heute sagen meine Enkelkinder immer noch: „Opa, so gut wie Du, kann ich das Einmaleins nicht.”
Ich glaube auch heute noch, dass stetes Üben und die Kontrolle des Gelernten unabänderlich ist.
Kontrolle der Schularbeiten war für Herrn Wiener ein Muss.
Wir saßen in Zweierbänken und mussten die Hausaufgabenhefte nach links nebeneinanderlegen. Herr Wiener ging die Reihen ab, sah sich die Hefte an und tippte uns Jungen nur auf die Schulter. Wir wussten sofort Bescheid. Vorne die erste Bank war frei, dort beugten wir uns rüber und bekamen ein paar Streiche mit dem Stock über den Hintern.

Danach machte ich bestimmt 14 Tage Schularbeiten wie gestochen. Heute, bei den Debatten über Strafen, unmöglich. Mir persönlich hat es nicht geschadet, denn im späteren Leben wurden wir auch nicht mit Glacehandschuhen angefasst. Ich glaube, heute auch nicht. Unsere Generation hatte noch Achtung und Respekt vor älteren Menschen, Lehrern, Pastoren, Bürgermeistern usw.
Wir standen noch auf und boten unseren Sitzplatz im Bus oder Bahn an und halfen auch in den Mantel.
Heute sind wir alle gleich, beklagen fehlende Werte, sind aber nicht bereit bei Mängeln Farbe zu bekennen. Das ist unbequem und macht unbeliebt.
In der achten Klasse war Herr Otto Meier unser Klassenlehrer.
Auch ihn habe ich in guter Erinnerung. Wir haben ihn aber auch sehr oft geärgert.
Eine kleine Sache: Auf dem Schulhof standen die Toiletten, Plumpsklos. Mit einem Herzchen in der Tür. Einer unserer Schulkameraden sagte: „Ich komme nicht mit nach der Pause in die Klasse, ich bleibe draußen.” Gesagt, getan. Auf die Frage des Lehrers: „Wo ist der...?” Wussten wir ja angeblich von nichts. Nach Unterrichtsbeginn großes Gemurmel und Gekicher in der Klasse.
Die Toiletten, die auf dem Schulhof standen, konnten wir durch das Schulfenster sehen. Plötzlich winkte aus dem Herzchen in der Toilettentür ein Taschentuch. Nun ganz großes Gelächter. Herr Meier war fassungslos und macht durch Schimpfen seinem Ärger Luft.
Unser Schulkamerad behauptete auf die Frage des Lehrers: „Wie kann das denn passieren.” „Mich haben sie eingeschlossen.”

Wer der Eingeschlossene war, wird sich erinnern.
Im Fach Geschichte, war es öfter so, dass wir Herrn Otto Meier baten, uns etwas vom Krieg zu erzählen. Herr Meier war im Zweiten Weltkrieg in Russland als Soldat, und so war es äußerst interessant seinen Erlebnissen zuzuhören..
Er konnte sehr lebhaft und spannend erzählen, da wurde vielen von uns Kindern schon klar, dass Krieg furchtbares Elend über die Menschen bringt, egal, auf welcher Seite man steht. Wir waren von seinen Erzählungen so fasziniert, dass wir selbst das Läuten zur Pause einfach überhörten.








