
Wetter: Ungewöhnliches Gewitter/2010
Gewitter-Inferno am Himmel von Wietze
Über die Landkreise Peine und Celle ist am Abend des 30.3.2010 ein schweres Unwetter gezogen. Besoders schlimm traf es Eschede - dort führten Hagel und Starkregen zu Überschwemmungen.
Einige Leute glaubten, dass der Weltuntergang eingeleitet würde - andere vermuteten, dass das Unwetter durch das Urknall-Experiment in dem Teilchenbeschleuniger in Genf ausgelöst wurde, über das am Abend in den Nachrichten berichtet worden war.
Ein ganz normales Gewitter war es sicherlich nicht, was zwischen 20 h und 21:30 h in Wietze am Abendhimmel in Richtung Südosten zu sehen war. Zeitweise waren Blitze im Sekundentakt am Himmel zu sehen, mit großer Helligkeit, Verlauf sowohl senkrecht wie auch waagerecht, ohne den typischen Knall.
"Es kamen in dem Fall mehrere Faktoren zusammen", sagt Jürgen Püschel, Meteorologe beim Deutschen Wetterdienst in Hamburg. "Wir hatten am Tag warme Luft von bis zu 16 Grad. Von Südwest kam eine Kaltfront. Dann hat sich im Süden eine kleines Tiefdruckgebiet gebildet, das mit Winden aus verschiedenen Richtungen bewirkte, dass das Gewitter nur sehr langsam weiterzog."
![]() |
![]() |
![]() |
![]() |
![]() |
Wetterchaos in Eschede und Umgebung
Wassermassen blockieren Straßen und lassen Keller volllaufen
(Von Joachim Gries, CZ, 01.04.2010)
Ein heftiges Gewitter mit Hagel und Starkregen hat am Dienstagabend in Eschede und Scharnhorst Straßen unpassierbar gemacht und überflutet. Um 21:51 Uhr zog es über den Landkreis Celle. Die Regenwasserkanäle konnten die Wassermassen nicht aufnehmen und liefen über.
ESCHEDE. Zahlreiche Keller liefen voll, noch weit nach Mitternacht waren die Feuerwehren der Samtgemeinde Eschede damit beschäftigt, Keller leerzupumpen und Sandsäcke aufzupacken.In der Escheder Südstraße unweit der Aschaubrücke ging stundenlang gar nichts mehr. Die Wasserfluten hatten die Straße knietief unter Wasser gesetzt. Hier wurden die Eingänge mehrerer Häuser mit Sandsäcken gesichert. Mehrere Autofahrer, die die Fluten durchfahren wollten, blieben im Wasser stehen. Die Wagen mussten von Feuerwehrleuten und Anwohnern von der Straße geschoben werden. Hier setzte die Feuerwehr mehrere Pumpen ein, die das Wasser in die Aschau pumpten. „Eschede säuft ab“, kommentierte Samtgemeindebürgermeister Günter Berg die Lage vor Ort.Ganz Scharnhorst war stundenlang von einer starken Hagelschicht bedeckt. Auch hier wurden zahlreiche Gebäude überflutet. Auch Teile der Kreisfeuerwehrbereitschaft waren in der Samtgemeinde Eschede eingesetzt.
Fakten aus dem Feuerwehrbericht:
•Starker Niederschlag durch Hagelschauer (Hagel blieb ca. 15 cm hoch liegen).
•Durch den starken Niederschlag lief das Wasser den Berg in Richtung Eschede und Scharnhorst runter.
•Bis 23:50 Uhr wurden 34 vollgelaufende Keller gemeldet.
•2 Blitzeinschläge in Wohnhäuser in Eschede.
•1 Blitzeinschlag in Hermannsburg -Beckedorf OTGrauen.
Im Einsatz waren die Samtgemeindefeuerwehr Eschede.Der Gemeindebrandmeister Ulf Heinemann forderte folgende Kräfte nach:
•3. Zug Kreisfeuerwehrbereitschaft (Wasserförderung)
•Führungsgruppe Kreisfeuerwehrbereitschaft
•Kreisbereitschaftsführer Andreas Koch
•Technische Einsatzleitung (TEL Bergen) stv. KBM Willi Lucan
•Wärmebildkamera Hohne (für die Blitzeinschläge in Eschede)
•Im Landkreis Celle waren noch weitere Feuerwehren im Einsatz:FF Unterlüß – 2 Wasserschäden an WohngebäudenFF Hermannsburg – Blitzeinschlag in Grauen
Lagemeldung um 00:00 Uhr: Einsatzdauer über mehrere Stunden erforderlich. Das Wasser kommt als Sturzbach (ca. 60 cm hoch), von den Anhöhen und fließt in die Ortschaften Scharnhorst und Eschede. Der Leitstelle liegen zu diesem Zeitpunkt fast 40 Schadensmeldungen vor. Weitere Schadenstellen sind zu erwarten.
Lagemeldung um 02:00 Uhr: Die Einsatzleitung meldet, die Lage entspannt sich langsam.Im Einsatz waren rund 130 Einsatzkräfte mit 34 Fahrzeug.„Wir haben keine Kraft mehr“, sagte gestern eine völlig erschöpfte Birgit Henneke. Wasser aus einen völlig überfluteten Graben hinter ihrem Grundstück an der Uelzener Straße in Eschede hatte ihren Keller und Teile des Pferdestalls unter Wasser gesetzt. „Seit fünf Jahren haben wir jeden Tag das 100 Jahre alte Haus renoviert.“ Zuvor habe es nie Wasser im Keller gegeben.
Henneke gibt Nachbarn die Schuld, die über eine unzureichende Regenwasserentsorgung verfügen. „Es kann nicht sein, dass wir deswegen absaufen“, sagte sie gestern – ohne Heizung und Waschmaschine. Und ihre Versicherung kann nicht helfen, Elementarschäden sind nicht abgedeckt.
Wie ein Arzt sein Stethoskop hat Willi Kleisinger einen Spannungsprüfer um den Hals gehängt, während er sich mit einer Verteilerdose beschäftigt. „Der Blitz hat eingeschlagen“, erklärt der Grauener, „und die Steuerung meiner Heizung lahm gelegt“. Das Telefon sei ebenfalls ausgefallen.













