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Mastställe: Stadt Celle

„Wahl zwischen Pest und Cholera“
Bau-Boom soll gesteuert werden
(Michael Ende, CZ, 13.03.2010)

Die Stadt Celle wappnet sich für den Hähnchen-Maststall-Bau-Boom, der als Folge der Ansiedlung einer Schlacht-Fabrik in Wietze befürchtet wird. Gänzlich verhindern könne die Stadt den Bau solcher Tierproduktions-Anlagen nicht, hieß es am Donnerstag in der Sitzung des städtischen Planungsausschusses. So beschloss man, „Konzentrationszonen“ für Mastställe auszuweisen, um Wildwuchs zu verhindern. Gänzlich unterbinden will man allerdings den Bau zusätzlicher Windkraft-Anlagen.

CELLE. „Wir haben die Wahl zwischen Pest und Cholera“ – so fasste am Donnerstag Georgia Langhans (Grüne) während der Sitzung des städtischen Bauaschusses das Dilemma zusammen, in dem sich die Celler Politik angesichts eines drohenden Bau-Booms bei Hähnchen-Mastställen befindet. Gänzlich verhindern könne man diese Zulieferbetriebe für die in Wietze geplante Schlacht-Fabrik nicht, erläuterte Stadtbaurat Matthias Hardinghaus: „Aber wir müssen und können das steuern.“

Wenn die Stadt keine Vorrangflächen für den Maststall-Bau ausweisen würde, wären die Hühnerställe im Außenbereich der Stadt praktisch überall privilegiert genehmigungsfähig. Erste Bau-Anfragen lägen bereits vor. Die Wietzer Gemeindepolitik zwinge die Celler, jetzte etwas zu tun, was eigentlich niemand wolle, so Langhans: „Wir möchten im Stadtgebiet keine Hähnchen-Mastställe, und es ist klar, dass wir verhindern müssen, dass es ungesteuert läuft und durch Klagen durchgedrückt wird. Also müssen wir Flächen ausweisen, auf denen Ställe gebaut werden. Gibt es denn gar keine Möglichkeit, das alles noch aufzuhalten?“

Jürgen Rentsch (SPD) hatte ein Fünkchen Hoffnung: „Könnte man nicht die städtischen Naturschutzgebiete ausweiten?“ Das sei ohne echte Gründe nicht möglich, hieß es seitens der Verwaltung. Außerdem würde sich die Stadt durch einen flächendeckenden Naturschutzgebiets-Gürtel jegliche Entwicklungschance verbauen, sagte Michael Bischoff (CDU. Der Landkreis habe in der Stadt bereits mögliche Maststall-Standorte ausgemacht. Im Gespräch seien beispielsweise Garßen, Hornshof und Alvern. „Die können sich alles mögliche überlegen – wir sind zuständig“, so Wulf Haack (CDU). Bischoff: „Ich stehe der Massentierhaltung zwar nicht positiv gegenüber, aber die Dinge sind nun mal wie sie sind.“ Der Ausschuss empfahl die Suche nach Vorrangflächen für Mastställe und Biogas-Anlagen.