
Erste Siedlungen
Das Urstromtal der Aller war schon besiedelt, lange bevor es die Dörfer unserer Einheitsgemeinde gab.
Im benachbarten Hambühren konnten mehrere prähistorische Werkstätten nachgewiesen werden. Die Siedlungen hielten sich zu allen Zeiten in respektvoller Entfernung vom Allerstrom. Wegen der ständigen Überschwemmungsgefahr verboten sie sich auf der untersten Talstufe von selbst.
Frühgeschichtliches zu Hornbostel
Frühgeschichtliches zu Jeversen
Frühgeschichtliches zu Wieckenberg
Frühgeschichtliches zu Wietze
Eine Sage hat die uralte mündliche Überlieferung wachgehalten, nach der die ursprüngliche Siedlungsstätte von den Sandmassen einer Wanderdüne verschüttet wurde.
War diese Stätte ein Einzelhof, war es ein Dorf?
Oder hat gar ein versunkenes Schloss, von dessen Bewohnern die Sage Schlimmes zu berichten weiß, dem Ort den Namen gegeben?
„Im düstren Winkel”.
Als die Hornbosteler sich am linken Allerufer wohnlich einrichten wollten, merkten sie schon sehr bald, dass den Möglichkeiten, neues Ackerland zu gewinnen, natürliche Grenzen gesetzt waren: Im Norden war es die Aller, im Süden aber eine lange Dünenkette , die die Feldmark einengte. Jenseits dieser Dünenkette aber lag das liebliche Tal der Wietze. Dort gab es zu der Zeit noch keine menschlichen Siedlungen. Es war niemand da, der die Hornbosteler daran gehindert hätte, sich das beste Ackerland südlich des Wietze-Laufes anzueignen.
Viel zu spät erst tauchten die ersten Wietzer Bauern auf. Sie mussten sich mit dem begnügen, was übriggeblieben war. Das hat in der Folgezeit so allerlei Unannehmlichkeiten mit sich gebracht, die erst ihr Ende fanden, nachdem die Hornbosteler Ländereien nach Wietze umgemeindet worden waren (1909). Doch darüber berichtet ein eigener Beitrag dieser Chronik. Ein paar Flurnamen erinnern noch an die erste Siedlertätigkeit Hornbosteler Bauern südlich der Wietze: Knoops Kamp, Meins Kamp, Bußmanns Kamp. Meins Kamp wurde später von Lambs-Meinheit im Tausch erworben. Es steht dort heute das Verwaltungsgebäude der Texaco. Bußmanns Kamp wurde vom Timmenhof (heute H. Klebe) eingetauscht. Der Name Knoops Kamp aber lebte in unseren Tagen als Wegebezeichnung wieder auf.
Auch im Flussgebiet der Wietze gab es mächtige Sandverwehungen. Sie erreichten ihre höchsten Erhebungen im Winter- und im Oselohberg. Der Winterberg trennt die Feldmarken von Steinförde und Wieckenberg. Als die Dünen zur Ruhe kamen, als sich dort Heide und Buschwerk, später gar stattliche Kiefern angesiedelt hatten, glaubten beide Dörfer, das Gelände als ihr ureigenes Weide- und Wirtschaftsgebiet nutzen zu können. Da es zu der Zeit keine klaren Grenzziehungen gab, kam es zu Auseinandersetzungen. Streitigkeiten um ein Dünengelände?
Auch das hat es gegeben. Die Sage weiß darüber zu berichten. Diese Sage erzählte der Lehrer Dettmar (1864–1869) im Hannoverschen Volkskalender. Lehrer Knoop (1890–1907) hat sie uns später in der Wieckenberger Schulchronik überliefert.
Der Name Steinförde durfte in unseren Beiträgen hinreichend erklärt worden sein (mehr zur Siedlungsgeschichte von Steinförde)
Im Übrigen hat es dereinst wohl kaum ein Heidedorf gegeben, das nicht in Auseinandersetzungen mit seinen Nachbarn verwickelt gewesen wäre. Schließlich ging es dabei um Fragen der Existenz. Man vertrug sich hinterher auch schnell wieder. Zahlreiche Eheverträge von Angehörigen beider Dörfer geben dafür beredtes Zeugnis.
| Paul Borstelmann - Auszug aus seinem Buch »Die Geschichte der Gemeinde Wietze« |








