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Geflügelschlachtbetrieb: BI Wietze/Demonstration

Demonstration gegen Mega-Hühner-Schlachtfabrik
Gegen „Emslandisierung“: Bürgerinitiative regt zur „Denkpause“ an und bereitet Bürgerbegehren vor
(Von Michael Ende, CZ, 22.02.2010)

Mehr als 100 Bürger aus dem ganzen Landkreis Celle haben am Sonnabend auf dem großen Plan in Celle gegen den geplanten Bau eines Geflügel-Großschlachthofs in Wietze protestiert. Die Demonstranten riefen die verantwortlichen Politiker auf, das Projekt nicht einfach „durchzuwinken“, sondern eine „Denkpause“ einzulegen. Denn die Auswirkungen der Schlachtfabrik mit ihrer Infrastruktur würden den gesamten Landkreis schädigen würden, hieß es.

CELLE-ALTSTADT. Noch sei Zeit, die „Emslandisierung“ der Region Celle aufzuhalten, so der Vorsitzende der Bürgerinitiative Wietze, Norbert Juretzko (Linke). Rings um den Schlachthof, in dem jährlich 135 Millionen industriell produzierte Tiere verarbeitet werden sollten, drohten mehr als 400 neue Mastställe zu entstehen. „Unsere Landschaft wird versaut, die Aller zur Kloake – dieser Preis ist zu hoch für eine ungewisse Zahl an Arbeitsplätzen, die heute in erster Linie für Ukrainer und Weißrussen interessant sein dürften“, so Juretzko.

Für Dienstag wird eine wichtige Weichenstellung im Wietzer Rat erwartet. Zur Zeit machten die Politiker dort nicht den Eindruck, als wüssten sie, was sie tun, sagte Uschi Helmers: „Sie arbeiten mit falschen Zahlen, sind gutgläubig und ahnungslos. Wenn sie auf ihrem Weg nicht umkehren, wird ihr verantwortungsloses Handeln die ganze Region nachhaltig verschandeln.“

Juretzko kündigte an, eine sich anbahnende Fehlentscheidung der Politik „unschädlich“ machen zu wollen: „Wir streben ein Bürgerbegehren an und rechnen uns gute Chancen aus, den Schlachthof doch noch verhindern zu können.“