
Bürgersprechstunde: Geflügelschlachtbetrieb
Mäßiges Interesse an Sprechstunde
(Von Simon Ziegler, CZ, 04.02.2010)
WIETZE. Die Sorgen der Wietzer ernst nehmen, mit ihnen ins Gespräch kommen, Bürgernähe demonstrieren. Celles Landrat Klaus Wiswe und Wietzes Bürgermeister Wolfgang Klußmann hatten am Dienstag in der Heidjerstube zu einer ungewöhnlichen Bürgersprechstunde geladen, um vor allem das heiße Thema „Geflügelschlachthof“ zu diskutieren. Trotz des starken Protests von Teilen der Bevölkerung wurde die Sprechstunde aber nicht gerade überrannt. Selbst entschiedene Schlachthof-Gegner fragten während der über vierstündigen Sitzung, „wo denn die Leute sind“.
„Ich hatte mit mehr Kritik gerechnet“, sagte Wiswe gestern. Er zeigte sich fast verwundert darüber, dass sogar einige Bürger in dem Gespräch deutlich machten, dass sie hinter dem Schlachthof stehen. In der Überzahl waren am Dienstag aber wie erwartet die Gegner des Großprojektes. So äußerte eine Wietzerin die Befürchtung, dass Rothkötter Arbeitsplätze an Subunternehmer ausgliedere und „Billigjobs für osteuropäische Arbeiter“ entstehen. Eine weitere Bürgerin wollte in Erfahrung gebracht haben, dass Rothkötter anders als angekündigt nach sechs Monaten Betriebszugehörigkeit keine 10,20 Euro Stundenlohn zahlen würde. Klußmann verwies dagegen auf die schriftliche Bestätigung des Unternehmens, wonach dieser Stundenlohn zugesichert worden sei. Statt einer großen Zahl von Leiharbeitern werde der Geflügelkonzern „90 Prozent sozialversicherungspflichtige Jobs“ schaffen, so Klußmann.
Neben der Qualität der Arbeitsplätze ging es in dem Gespräch vor allem um die Befürchtung, dass die Wasserentnahme zu negativen Auswirkungen für die Umwelt führen könnte. Ärgerlich wurde Wiswe, als ihm ein Bürger vorwarf, die Behörden würden wissentlich Gutachten manipulieren.










