Geflügelschlachtbetrieb: AbL

Kritik an Äußerungen von Minister Ehlen
(Von Simon Ziegler, CZ, 29.01.2010)

Die Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft (AbL) hat die Äußerungen von Niedersachsens Landwirtschaftsminister Hans-Heinrich Ehlen (CDU) beim Neujahrsempfang der CDU in Wietze als „beschönigend“ kritisiert.

WIETZE. AbL-Sprecher Eckehard Niemann stellte Ehlens Arbeitsmarkt-Prognose, dass die Arbeitslosigkeit im Kreis Celle halbiert werden könnte, lediglich die 250 angekündigten Rothkötter-Jobs entgegen.

Der Landwirtschaftsminister hatte am Montagabend im Dorfhaus Wieckenberg für die Ansiedlung der „Celler Land Frischgeflügel GmbH“ geworben. Der Geflügelkonzern Rothkötter will in Wietze rund 50 Millionen Euro investieren. Eine Bürgerinitiative versucht, die Ansiedlung zu verhindern und plant derzeit ein Bürgerbegehren. Dabei wird sie von der AbL unterstützt.

Als „Blick durch eine mehrfach rosa Brille“ bezeichnete Niemann die Behauptung Ehlens, es gebe „im Emsland kaum Proteste gegen die Vielzahl an Mastställen“. Ehlen wisse genau, dass Landkreis und Gemeinden im Emsland von der Landesregierung seit Jahren Hilfe gegen die Flut von Mastställen forderten, sagte er weiter.

Kritik wurde auch an der Äußerung Ehlens laut, man müsse gegenüber den Bürgerinitiativen „auf stur schalten“. Ein solcher Ratschlag sei wenig demokratisch und wirklichkeitsfremd, so die AbL. Unzutreffend sei auch die Behauptung des CDU-Landwirtschaftsministers, die Bürger hätten nur „vor dem Neuen“ Angst: Es sei ganz im Gegenteil das „Altbekannte“ an den Agrarfabriken, das die Mehrheit der Menschen nicht mehr wolle – nämlich Tierqualen, Belastung von Umwelt und Regionen und Zerstörung der bäuerlichen Landwirtschaft.