Wissen Sie, dass die Storchenwiederansiedlung in Jeversen gelungen ist?

Geflügelschlachtbetrieb: Stimmen/Wietzer/Pro

In Leserbriefen der CZ

Auch das Positive sehen
Wir verstehen einfach nicht, warum-sich viele Wietzer darüber beschweren, dass er ausgerechnet nach Wietze kommen soll. Warum sind wir nicht mal froh, dass ein großer Arbeitgeber in unsere Gemeinde kommt? Es wird immer nur über die negativen Aspekte geredet und nicht über das, was sich positiv auf die Gemeinde und die Umgebung auswirken würde. Natürlich wird mehr Verkehr in Wietze sein, da aber sowieso schon haufenweise Lastkraftfahrzeuge durch die Gemeinde fahren (um die Maut zu umgehen), fallen zehn Lkw mehr doch auch nicht auf. Automatisch würden doch auch mal mehr Einwohner anderer Gemeinden, die beispielsweise hier arbeiten werden, nach Wietze kommen, was sich natürlich auch positiv auf unsere Wirtschaft in Wietze auswirken kann. Wir finden es richtig, dass sich die Gemeinde dafür einsetzt, dass sich ein großer Arbeitgeber in Wietze ansiedeln kann.
Marvin Lahrs und Sebastian Siede

Polemik grenzt an Frechheit
Michael Diesing bezieht sich auf die Zuschrift: "An den Pranger gestellt" von Linda Hiller, Winsen, vom 28. Dezember.
... Wenn sich Frau Hiller an den Pranger gestellt fühlt, dann wohl deshalb, weil Sie wohl zu den Menschen gehört, die das Gemeinwohl nicht gerade in den Vordergrund stellen wollen. Ich bin bereit, im Rahmen liegende gewisse Nachteile zu akzeptieren, wenn es für die Mehrheit Vorteile bringt.
Natürlich kann man umweltfreundliche Golfplätze schaffen, die Frage ist nur, ob sich die Arbeitslosen die Beitragsgebühren leisten können und wollen. Die wenigen Mitbürger, die - wie vielleicht Frau Hiller - keinen Breitensport mögen und lieber gern Golf spielen möchten, werden sicher irendwo einen Platz finden. Ich bin sicher, dass jede Gemeinde gern Produktionsanlagen von feinmechanischen Geräten ansiedeln würde, aber derartige Firmen, die auch noch neue 'Standorte suchen, gibt es für die gesamte Republik nur sehr. sehr wenig.

Die Polemik, dass man davon ausgeht, bei den vielen Arbeitsplätzen, die effektiv geschaffen werden, kann es sich nur um Bllliglohn-Jobs für unsere östlichen Nachbarn handeln, grenzt schon an Frechheit. Abgesehen von der Tatsache, dass es sich mit Sicherheit auch um viele Arbeitsplätze für unsere eigenen Arbeitssuchenden handein wird, könnten viele Im Mai und Juni nach der Golfpartie keinen Spargel mehr essen, wenn es unsere östlichen Narhbarn nicht gäbe.
Wie tief muss man bei seinen Gedankengängen gesunken sein, wenn man Tierhaltung, die letztlich zur absolut notwendigen Ernährung der Menschen dient, mit Methoden in KZ-Lagern vergleicht. Vielleicht kann Frau Hiller erklären, wie die Millionen Menschen, die nicht zur golfspielenden Elite gehören, sich das teure Bio/Öko-Fleisch leisten sollen, was - mal abgesehen von der für manchen freundlicheren Tierhaltung - noch nicht einmal gesünder sein muss.
Michael Diesing, Wietze

Eine Chance für Wietze
Ich arbeite in einem technischen Beruf im Bauwesen und weiß, dass es nirgends so scharfe Vorgaben zum Thema Geräusche, Energieverbrauch, Emmisionen und Gerüche gibt wie in Deutschland. Dann also lieber ein Schlachthuhn aus unserem Land als aus Polen, Ukraine oder Asien wo ich diese Gewissheit nicht habe.
Ich finde es unerhört. das der „Interessenverband gegen den Schlachtbetrieb” meint, er kann pauschal für alle Wietzer sprechen. Die wenigsten der angeblich 1000 Mitglieder, die gegen den Betrieb sind, kommen meiner Meinung nach wirklich aus Wietze. Fast alle Personen aus dem Kreis, mit denen ich bis jetzt gesprochen habe, kamen aus Hannover, Eschede. Cellie usw. oder sind erst vor sehr kurzer Zeit hergezogen. Ist ja auch in Ordnung. Ich linde es ja auch gut, wenn man für seine Meinung eintritt, aber bitte nicht pauschal für alle Wietzer.
In meinem Freundeskreis ist niemand, der gegen den Betrieb ist. Und weil wir alle Familie und Grundbesitz haben, also alle unsere Steuern hier in Wietze bezahlen müssen, sehen wir es als eine Chance für Wietze wieder aus den Schulden rauszukommen. Wir sind schließlich die Gemeinde mit den höchsten Schulden im ganzen Landkreisö
Volker Weißhaar

Sonstige Äußerungen

Ich bin für einen Geflügelschlachthof!
(Wietzer Weitblick, 2010)

Mit Bestürzung habe ich in den vergangenen Wochen anlässlich der Informationsabende und Ratssitzungen in Wietze feststellen müssen, dass wenige positive Nachrichten zur Ansiedlung eines Geflügelschlachthofes in Wietze in den Medien verbreitet wurden. Noch bedauerlicher war, wie wenige Wietzer sich die Zeit genommen haben, sich an den Abenden zu informieren.

Gegner aus anderen Ortschaften waren traurigerweise zahlreicher vertreten als wir Wietzer.
Selbsterständlich akzeptiere ich auch die Einwände der Gegner und wäge diese ab. Natürlich brauchen wir in Wietze die kritische Sichtweise und Betrachtung dieses Projektes: Es muss ein Schlachthof werden, der alle Auflagen, die unsere Gesetze und Vorschriften fordern, auch erfüllt.
Störend empfinde ich allerdings, dass in allen bisherigen Protesten nicht sachlich diskutiert wurde, so können wir nicht weiterkommen!

Wietze hat im letzten Jahr mit den Streettday gezeigt, dass wir in unserem Dort etwas gemeinsam erreichen können.Viele Gemeinden um uns herum haben uns argwöhnisch belächelt, das wird nichts, mit dieser langen Straße.

Liebe Wietzer, wir haben es geschafft, mit dem Streetday alle auf uns aufmerksam zu machen. Jetzt haben wir wieder die Möglichkeit, etwas zu bewegen.
Sie werden sich jetzt fragen, was hat das mit dem Schlachthof zu tun. Das ist meiner Meinung nach sehr einfach erklärt.
Als der DEA-Schachtbetrieb eingestellt wurde, die Firma Rüter Wietze verließ, und andere Firmen unseren Ort verlassen haben, hat sich niemand um uns in Wietze geschert. Eines der Ergebnisse: Geschäfte stehen an unserer Hauptstraße leer. Sollen es noch mehr werden, wollen wir noch weiter zur Arbeit und zum Einkaufen fahren? Wir fahren jetzt schon zur Arbeit nach Hannover und sogar um einzukaufen nach Winsen oder Celle. Die Treibhausgase, die dadurch entstehen, vergessen einige grüne Strategen dabei wohl ganz.

Welche Zukunft haben wir und unsere Kinder in dieser Gemeinde, sollte der Schlachthof nicht kommen? Tatsächlich werden Arbeitsplätze geschaffen, sowohl für hochqualitizierte Mitarbeiter/innen, als auch für die Menschen, die ohne Qualifikation Arbeit suchen.
Das sind alles Arbeitsplätze auch für unsere Mitbürgerinnen und Mitbürger mit Migrationshintergrund. Wir sind doch für Integration, dann sollten wir es nicht bei Lippenbekenntnissen belassen!

Zum Thema Finanzierung und Risiko des Ganzen: - Wir leben in einer Marktwirtschaft, in der der Investor allein für seine Investitionen verantwortlich ist und das Risiko trägt!
Herr Rothkötter hat Ausbildungsplätze zugesagt, es ist Aufgabe aller, auch der Protestierenden darauf zu achten, dass er diese Zusage auch einhält. Massentierhaltung ist kein schöner Anblick und entspricht auch nicht meinen Vorstellungen, aber wir haben in unserem Land die stärksten Tierschutzgesetze und Umweltvorschriften, diese finden sie in kaum einem anderen Land der Erde. Die Tötung von Tieren, derTransport und die Verwertung ist mit strengsten Auflagen reglementiert. Hühnerfleisch aus Deutschland ist mit Sicherheit besser zu kontrollieren als Hühnerfleisch aus Asien.

Abschließend wäre es wünschenswert für mich als „alten Wietzer”, dass wir hier in unserem Dorf unsere Politik, egal welcher Fraktion und die Verwaltung beim Voranbringen unseres Gemeinwesens unterstützen, - mir fehlen bei allen Veranstaltungen zu diesen schwierigen Thema Eure bekannten Gesichter.

Horst-Dieter Ruschel

Nachgefragt bei: Rainer Jenne
(Von Simon Ziegler, CZ, 24.09.2010)

Die Firma Rothkötter hat Nachbarn des Schlachthof-Geländes zu einem Besuch nach Haren eingeladen. Einer von ihnen war Rainer Jenne, Inhaber von Jenne-Elektrotechnik in Wietze, der privat Zwerghühner und Tauben züchtet.

Herr Jenne, Sie haben den Schlachthof der Firma Rothkötter in Haren im Emsland besucht. Was haben Sie dort gesehen?
Wir waren etwa 20 Leute. Wir konnten das gesamte Gelände besichtigen. Verpackung, Logistik, Schlachtbetrieb, den Bereich der Anlieferung und die Kläranlage.

Wie ist Ihr Eindruck von dem in Wietze so umstrittenen Investor?
Es ist nicht so, wie das von der Bürgerinitiative immer dargestellt wird. Wir haben keine asiatischen oder osteuropäischen Hilfsarbeiter gesehen. Es gibt keine Billigkolonnen. Von 1300 Mitarbeitern haben 1263 sozialversicherungspflichtige Jobs. Der ganze Betrieb ist sehr sauber, da liegt auf dem Außengelände nicht mal eine Zigarettenkippe auf dem Boden. Es stinkt auch nirgends. Übrigens ist der Lkw-Verkehr rund um den Schlachthof ziemlich überschaubar. Überhaupt ist unser Eindruck von Rothkötter sehr positiv. Er hat ja auch Mitglieder der Bürgerinitiative nach Haren eingeladen. Es ist aber keiner gekommen.

Haben Sie in Haren mit Arbeitern gesprochen?
Nein, das nicht. Wir haben aber gemerkt, dass das Betriebsklima sehr angenehm sein muss. Die Beschäftigten haben zum Beispiel freien Eintritt zu den Hallenbädern und sie verdienen mit einem Mindestlohn von 10,30 Euro in der Stunde nicht schlecht. Es ist aber keine leichte Arbeit, das ist klar.

Sie waren auch vor Ihrem Besuch kein Gegner des Schlachthofes, oder?
Das stimmt, das war ich nie. Ich sehe die Ansiedlung positiv für Wietze. Es sind ja in Wahrheit auch nur relativ wenige gegen den Schlachthof. Ich glaube, dass 80 bis 85 Prozent der Bürger für die Ansiedlung sind.