
Geflügelschlachtbetrieb: Stimmen/Parteien/Allgemein
CZ, 17.09.2009:
Kritik der Grünen: Eine Hähnchengroßschlachterei ziehe unweigerlich den Bau und Betrieb von 100 Hähnchen-Mastanlagen in der Region nach sich, sagte Annegret Pfützner, Fraktionsvorsitzende im Celler Kreistag, die am Montag an der Fahrt ins Emsland teilgenommen hatte. Pfützner verwies auf mögliche Geruchsemissionen und warnte vor einer Zunahme der Massentierhaltung. „Wir wollen hier keine zweite Emsland-Region werden“, sagte sie.
CDU, SPD und FDP in Wietze sowie die Landkreis-Verwaltung betonen hingegen die Zahl der Arbeitsplätze und die wirtschaftliche Entwicklung der Gemeinde.
Die Linke lehnt Schlachthof in Wietze ab
(Von Simon Ziegler, CZ, 18.11.2009)
Die Partei Die Linke/BSG schließt sich dem Protest der Grünen gegen den Schlachthof in Wietze an. Wie Wolf Wallat, Kreistagsmitglied der Linken, bekannt gab, habe sich die „Partei die Entscheidung nicht leicht gemacht“.
WIETZE. Auf der einen Seite stehe die Schaffung von 250 Arbeitsplätzen, auf der anderen Seite müsse man aber erhebliche Nachteile im Tourismus, negative Auswirkungen für die Umwelt sowie die Massentierhaltung berücksichtigen.
„Der Celler Raum hat einen Mangel an industriellen Arbeitsplätzen“, räumte Wallat ein, „aber Politik – auch Kommunalpolitik – sollte Nachhaltigkeit und Zukunftsfähigkeit in jede Überlegung einfließen lassen.“ Konkret verwies der frühere SPD-Politiker auf den Wasserverbrauch des geplanten Betriebs. Da der Schlachthof die Ansiedlung von rund 100 Mastbetrieben nach sich ziehe, würde zudem die hiesige Landwirtschaft umgewandelt. „Darum macht sich in der Verwaltung und den großen Parteien kaum jemand Gedanken. Die Ablehnung durch die ‘Arbeitsgemeinschaft Bäuerliche Landwirtschaft’ muss einem zu denken geben“, kritisierte Wallat.
Dass die Linke jetzt gegen den Schlachthof votiert, war nicht unbedingt erwartet worden. Denn durch die Ansiedlung entstehen zahlreiche Arbeitsplätze, die für potenzielle Wähler der Linken die Möglichkeit bieten dürfte, aus der Arbeitslosigkeit den Weg zurück ins Erwerbsleben zu finden – Kernthema der Linken. Nach Wallats Darstellung lehnt neben der Kreistagsfraktion auch das Wietzer Gemeinderatsmitglied Sabri Kizilhan den Schlachthof ab.
Die Linke unterstützt damit die Ziele der „Bürgerinitiative für den Erhalt des Aller-Leine-Tals“, die die Ansiedlung verhindern will. CDU, SPD und FDP in Wietze stehen dagegen hinter der Ansiedlung der Emsland Frischgeflügel GmbH, weil die Zahl der Arbeitsplätze, die Verbesserung der Einnahmesituation sowie die Perspektiven für Wietze betont werden.
Das Projekt ist in der Gemeinde umstritten. Auf der Informationsveranstaltung in der vergangenen Woche, zu der mehr als 500 Bürger kamen, waren die Gegner in der Minderheit.
Junge Union weist Wallat-Kritik zurück
"Schlachthof Glücksfall für Westkreis“
(Von Simon Ziegler, CZ, 18.11.2009)
Mit Unverständnis hat die Junge Union auf die Kritik von Wolf Wallat (Linke/BSG) am geplanten Geflügelschlachthof in Wietze reagiert. Während der CDU-Nachwuchs die Sichtweise von Natur- und Tierschutzverbänden respektiere, könne die Junge Union bei den Ausführungen von Wolf Wallat nur mit dem Kopf schütteln, sagte JU-Kreisvorsitzender Alexander Gruber.
WIETZE. „Die Partei der sozialen Gerechtigkeit wendet sich öffentlich gegen zukunftssichere Arbeitsplätze. Das ist nicht nachvollziehbar“, sagte er.
Die Junge Union bezeichnete die Ansiedlungspläne der Firma Rothkötter aus Haren/Ems als Glücksfall für den Westkreis. „Wer hygienisch einwandfreies Fleisch zu günstigen Preisen konsumieren möchte, muss eine entsprechende Haltung und Schlachtung akzeptieren“, sagte Gruber.








