Geflügelschlachtbetrieb: Infoveranstaltung

Ansiedlung eines Geflügelschlachtbetriebes

Mehr als 4 Monate ist es jetzt her, dass Franz-Josef Rothkötter, Inhaber und Geschäftsführer des Familienunternehmens "Emsland Frischgeflügel GmbH" seine Suche nach einem geeigneten Standort für die Erweiterung seines Geflügelschlachtbetriebes begann. Diese Suche war zunächst auf das gesamte Land Niedersachsen sowie das nördliche Nordrhein-Westfalen ausgerichtet.

In der Zeit zwischen dem 20.05.2009, als Franz-Josef Rothkötter erstmals die Gemeinde Wietze besuchte, um sich den potenziellen Gewerbestandort in der Örtlichkeit anzusehen, und dem heutigen Tag, sind viele Gespräche u.a. mit Planern und Architekten, mit Ver- und Entsorgungsträgern, mit der Wirtschaftsförderung, der unteren Naturschutzbehörde und der unteren Wasserbehörde beim Landkreis Celle, mit Anwälten und Notaren, mit Grundstückseigentümern, der Straßenbauverwaltung und dem Gewerbeaufsichtsamt geführt worden.

Über den aktuellen Sachstand und die weiteren Überlegungen zur Ansiedlung des Unternehmens möchte ich Sie, gemeinsam mit Landrat Klaus Wiswe, Herrn Rothkötter und weiteren kompetenten Fachleuten gerne informieren und Ihre Fragen beantworten.

Deshalb lade ich Sie herzlich zu einer Informationsveranstaltung ein, die am Montag, 09.11.2009 um 18.00 Uhr in der Aula der Grund-, Haupt- und Realschule stattfinden wird.

Auf Ihre zahlreichen Besuche freue ich mich sehr.

Herzliche Grüße

Ihr Bürgermeister

Wolfgang Klußmann

Schlachthof in Wietze: Unternehmen informiert
Veranstaltung am Montag
(Von Simon Ziegler, CZ, 07.11.2009)

Am Montag findet im Wietzer Schulzentrum eine Informations-Veranstaltung zur Ansiedlung des Geflügelschlachtbetriebs statt. Die Gemeinde erwartet so viele Bürger, dass sie die Veranstaltung in die Turnhalle verlegt hat. Auch zahlreiche Vertreter der Bürgerinitiative gegen den Schlachthof werden erwartet.

WIETZE. Die Erwartungshaltung der Bevölkerung ist enorm. Die Bürger in Wietze und den umliegenden Gemeinden wollen Informationen: Über Emissionen, die Wasserentnahme, den Planungsstand und über die Zahl der Arbeitsplätze, die in Wietze entstehen sollen, wenn die Firma Rothkötter im Frühjahr mit dem Bau eines Geflügelschlachthofes im XXL-Format beginnt.

An diesem Montag wird es Informationen geben. Die Gemeinde Wietze lädt zu einer Veranstaltung in die Grund-, Haupt- und Realschule ein. Neben Bürgermeister Wolfgang Klußmann werden sich Firmenchef Franz-Josef Rothkötter, Landrat Klaus Wiswe und die beteiligten Planer den Fragen der Bürger stellen. Nach Wietze kommt auch der Bürgermeister von Haren/Emsland, Markus Honnigfort, der über seine Erfahrungen mit dem Schlachtbetrieb Auskunft geben soll. In Haren ist der Stammsitz der Emsland Frischgeflügel GmbH.

Nicht erst, nachdem in der vergangenen Woche die „Bürgerinitiative gegen die Zerstörung unseres Aller-Leine-Tals“ gegründet wurde, rechnen die Veranstalter mit einer lebhaften Diskussion und Protest. Wiswe hofft, die „Ängste der Bürger ausräumen zu können. Wir wollen sachlich informieren“. Es gehe nicht darum, das „fix und fertige Projekt zu präsentieren, sondern darum, den Stand der Planungen vorzustellen. Wir haben nichts zu verschweigen“, so Wiswe. Der Wietzer Grünen-Politiker Claus Friedrich Schrader, der die Bürgerinitiative auf die Beine gestellt hatte, rechnet damit, dass zahlreiche Gegner des Vorhabens erscheinen. Die Initiative habe inzwischen 75 Mitglieder, so Schrader.

Das Unternehmen will 40 Millionen Euro in die Hand nehmen, um im Wietzer Westen einen Schlachthof zu bauen. Dort sollen zunächst 250 Arbeitsplätze entstehen. Für die Mast sollen in einem Umkreis von 100 Kilometern etwa 100 Mastställe gebaut werden. Derzeit informiert das Unternehmen Landwirte in Celle und den Nachbarkreisen über die Mast.

Da die Gemeinde mehrere hundert Besucher erwartet, hat sie die Veranstaltung kurzerhand von der Aula in die Turnhalle verlegt. Dort werden 400 Stühle aufgebaut, sagte Klußmann. Beginn ist um 18 Uhr. Zunächst werden Kurzvorträge über das Unternehmen, die Geflügelmast in Deutschland, die Erfahrungen in Haren und die Darstellung des Projektes in Wietze gehalten. Anschließend können Besucher Fragen stellen.

Zustimmung für Wietzer Schlachthof
Großes Interesse an Informationsabend

WIETZE (siz). Die Bevölkerung in Wietze scheint die Ansiedlung eines Geflügelschlachtbetriebes mehrheitlich zu befürworten. Über 500 Bürger kamen am Montagabend zu einer Informationsveranstaltung, in der die Gemeinde, der Landkreis Celle sowie die Firma Rothkötter aus Haren im Einsland über die Pläne des Unternehmens informierten.

Anhand der Zustimmung des Publikums zu den Ausführungen von Firmenchef Franz-Josef Rothkötter wurde deutlich, dass die Bürger vor allem die Chancen für ihre Gemeinde sehen.
Das Unternehmen und die beauftragten Planungsbüros hatten zu Beginn der dreistündigen Veranstaltung in der Sporthalle der Schule über den Sachstand berichtet. Die Firma'legte einen aktualisierten Planentwurf vor. Demnach wird der Polizeihundeverein entgegen der ursprünglichen Vorstellungen doch auf dem Gelände bleiben. Die Emsland Frischgeflügel GmbH will den Betrieb westlich des Gewerbegebietes im März 2011 eröffnen.

Allerdings machten zahlreiche Gegner ihrem Unmut Luft. So bekräftigten Vertreter der „Bürgerinitiative für den Erhalt des Aller-Leine-Tals” ihre Ablehnung. Sie befürchten vor allem Geruchsbelästigung und eine Zunahme des Lkw-Verkehrs. Auch die Wasserentnahme - die Rede ist von 880 000 Kubikmeter Wasser im Jahr - wurde kritisiert.

Fotos: Müller

Mehrheit ist für Schlachthof: "Verhinderung historischer Fehler“
(Von Simon Ziegler, CZ, 07.11.2009)

Gewaltiges Interesse am Geflügelschlachthof in Wietze: Mehr als 500 Besucher kamen am Montagabend in die Turnhalle des Wietzer Schulzentrums, um die Informationsveranstaltung zum geplanten Großbetrieb der Firma Rothkötter zu verfolgen. Trotz etlicher kritischer Nachfragen wurde deutlich, dass die Mehrheit der Wietzer Bevölkerung hinter der Ansiedlung steht.

WIETZE. Die Wietzer Turnhalle platzt um 18 Uhr fast aus allen Nähten, die Sitzplätze sind längst besetzt, viele Besucher müssen die dreistündige Veranstaltung im Stehen verfolgen. Die Ansiedlung der Emsland Frischgeflügel GmbH, die einen Geflügelschlachthof errichten will, brennt der Bevölkerung auf den Nägeln. Zu der Veranstaltung hatte die Gemeinde eingeladen, neben Bürgermeister Wolfgang Klußmann und Landrat Klaus Wiswe informierten Firmenchef Franz-Josef Rothkötter, Experten der Geflügelwirtschaft sowie die beteiligten Planungsbüros über den Stand der Dinge.

Die Verhinderung der Ansiedlung sei ein historischer Fehler für Wietze und die Region, sagte Klußmann. Was er meint, ist klar: Arbeitsplätze, die Verbesserung der Einnahmesituation durch Einkommens- und Gewerbesteuer, die Perspektiven, um endlich wieder handlungsfähig zu werden.

Markus Honnigfort, Bürgermeister in Haren/Ems, wo das Unternehmen seinen Stammsitz hat, berichtete von seinen Erfahrungen seit der Gründung des Schlachthofes 2003 – und schüttete Wasser auf die Mühlen der Befürworter. Es gebe keine Beschwerden aus der Bevölkerung oder der Lokalpolitik, im Gegenteil, die Arbeitslosigkeit sei auf heute 3,5 Prozent zurückgegangen. Sein Rat: „Fangen Sie den Fisch ein.“

Rothkötter sagte, dass er nur in Wietze plant. „Ich gehe nicht davon aus, dass wir wieder in Alternativen denken müssen.“ Die Betriebseröffnung ist für den 15. März 2011 geplant. Zunächst will er mit 250 sozialversicherungspflichtigen Jobs starten. Zudem bekräftigte er, in Wietze Gewerbesteuern zu zahlen.

Dass nicht alle mit Massentierhaltung und dem Schlachthof einverstanden sind, machten mehr als ein Dutzend Beiträge in der Fragerunde deutlich. Vertreter der „Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft“ kritisierten die „Überschussproduktion bei Masthähnchen“. Bürger in Wietze befürchten vor allem mögliche Geruchs-Emissionen. Auch die Zunahme des Lkw-Verkehrs würde die Lebensqualität beeinträchtigen, so der Tenor. Während die Planer des Schlachthofes die Meinung vertraten, die Geruchsbelästigungen im Griff zu haben, wird es beim Verkehr eine zusätzliche Belastung geben. „Die Ansiedlung hat auch Nachteile, da müssen wir ehrlich sein“, sagte Wiswe. Laut Klußmann würden künftig 70 Lkws mehr als bisher über die B214 fahren.

Trotz der kritischen Töne scheint die Bevölkerung deutlich hinter der Ansiedlung zu stehen, wie der vielfach aufbrandende Applaus für die Pläne von Rothkötter zeigte. Das sei auch wichtig, sagt Wiswe: „Wir brauchen die Akzeptanz der Bevölkerung.“

Spätestens am 15. März 2011 soll die Produktion in Wietze starten
(Von cm, Celler Kurier, 11.11.2009)

WIETZE. Bis zum letzten Platz war am Montagabend die Sporthalle in Wietze gefüllt, so groß war das Interesse an Informationen über die geplante Ansiedlung einer Großbetriebes (Geflügelschlachthof) in der Gemeinde.

Aber nicht nur Wietzer waren gekommen, sondern auch Menschen aus den Nachbarkreisen. Denn in Wietze soll „nur” der Geflügelschlachthof mit anfangs rund 250 (im Endausbau wohl 1.000) Arbeitsplätzen entstehen. Ställe für die Produktion der Eier, die anschließend im Bruthaus ausgebrütet werden, und danach für die Mast der Hühnchen und Hähnchen sollen an verschiedensten Orten in einem Raum von bis zu 100 Kilometer um Wietze herum entstehen - anfangs wird von etwa 100 Ställen ausgegangen.

Landrat Klaus Wiswe konnte sich in seinem Schlusswort darüber freuen, dass die dreistündige Veranstaltung sehr sachlich ablaufen konnte und dass in der etwa eineinhalbstündigen Diskussion sehr ernsthaft und ohne Polemik gefragt wurde. Und auf konkrete Fragen gab es dann auch zumeist auch ganz konkrete Antworten. Als eine Wietzerin wissen wollte, wann es dann los gehen könnte mit der Produktion, antwortete Franz-Josef Rothkötter, Inhaber und Geschäftsführer des Familienunternehmens „Emsland Frischgeflügel GmbH” ohne lange zu zögern: „Am 15. März 2011 spätestens”. Und er betonte, dass es nicht darum gehe, bereits vorhandene Kapazitäten vom bisherigen Standort in Haren (Ems) abzuziehen, sondern zusätzliche aufzubauen. Mit insgesamt zwei „Schlachtlinien”, die im Zwei-Schicht-Betrieb arbeiten, sei man im Emsland gut ausgelastet - von hier kommen 25 Prozent der deutschen Hühnchenproduktion, betonte Rothkötter. Ein weiterer Ausbau der Anlage sei aber auch unter betrieblichen Aspekten nicht sinnvoll, so dass man nach einem zusätzlichen Standort gesucht habe.

Man habe anfangs viele Alternativen mit einbezogen, konzentriere sich jetzt aber ganz auf Wietze - „Ich gehe auch nicht davon aus, dass man wieder an Alternativen denken müsse,” so der Firmenchef. Und er wies darauf hin, dass schon im August nächsten Jahres ein Kindergarten in Wietze starten solle, um die Arbeitsplätze auch familienfreundlich gestalten zu können. Für rund 70 Prozent der Arbeitsplätze werden selbst angelernte Kräfte gebraucht, auch viele Frauen.

Der Geflügelschlachthof in Wietze werde mit einer „Schlachtlinie” im Ein-Schicht-Betrieb anfangen. Je nach der Entwicklung der Nachfrage soll er bis auf zwei Linien, die im Zwei-Schicht-Betrieb laufen, ausgebaut werden, wobei die Planungen etwa für Emissionsschutz (zum Beispiel Lärm und Geruch), für die Verkehrslenkung sowie für Wasser und Abwasser von der maximalen Kapazität ausgehen, erläuterte Heiner Kötter vom zuständigen Planungsbüro.
Gebaut werden soll an der B214 im Westen des Ortes, direkt anschließend an das vorhandene Gewerbegebiet. Die Zufahrt soll nicht über den Reiherweg erfolgen, sondern über einen weiter westlich in der B 214 neu anzulegenden Kreisverkehr. Rund 100 Lkw werden dann pro Tag mehr auf der Bundesstraße fahren, das seien nur zehn Prozent mehr als heute, betonte Wiswe. Anlass aber gerade für Einwohner aus Jeversen für Fragen, denn durch ihren Ort soll der Verkehr Richtung Autobahn rollen. Wietzes Bürgermeister Wolfgang Klußmann wies hier auf Möglichkeiten hin, im Rahmen des Dorferneuerungsverfahrens den Straßenraum am Ortseingang und -ausgang von Jeversen so zu verändern, dass das Tempo rausgenommen werde.

Es ging an diesem Abend um eine möglichst frühzeitige Information der Bevölkerung, ohne dass schon alle Fragen, die bei einer endgültigen Genehmigung des Vorhabens beantwortet sein müssen, schon geklärt sind, betonten Klußmann und Wiswe. Man arbeite an einem Projekt, dessen Verhinderung „ein historischer Fehler für Wietze und die gesamte Region” wäre, so der Bürgermeister. Und auch die Zuhörer im Saal gaben am meisten Beifall, wenn die große Zahl von neuen Arbeitsplätzen erwähnt wurde.