In Wietze können Sie bauen! Wir haben noch Platz für Neubürger!

Geflügelschlachtbetrieb: Podiumsdiskussion

Geflügelschlachthof erhitzt Gemüter
Bürger verlangen mehr Information
(Von Björn Schlüter, CZ, 16.10.2009)

Hitzige Diskussionen und endlich auch Informationen, das war es, was die Besucher der Podiumsdiskussion um den möglichen Bau einer Geflügelgroßschlachterei in Wietze geboten bekamen. Rund 100 Interessierte beteiligten sich am Mittwoch an der Debatte im Dorfhaus Wieckenberg.

WIETZE. „Im Grunde sind wir ja heute noch nicht von den Plänen zur Großschlachterei informiert worden!“ – Allein dieser ärgerliche Zwischenruf aus dem rund 100 Menschen umfassenden Auditorium im Dorfhaus Wieckenberg machte die Grundstimmung der Wietzer Bevölkerung deutlich, was den geplanten Bau einer Geflügelgroßschlachterei in ihrer unmittelbaren Nachbarschaft angeht. Claus Friedrich Schrader, Ratsherr der Grünen im Gemeinderat Wietze, hatte den Bürgern am Mittwochabend ein Ventil geschaffen, durch das sie ihre Sorgen und drängende Fragen vortragen konnten.

„Eins war schon bei der Planung klar“, so Schrader. „Wir bauen hier kein Podium für die Ja-Sager-Fraktion.“ Entsprechend war der Expertenkreis auch aufgebaut. Einzig Kreislandwirt Jürgen Mente vertrat eine klare Fürsprecher-Position. „Man muss sich zwar erst mal an die Mengen gewöhnen, der Produktionszweig Hühnermast als Zulieferer ist für uns Landwirte aber eine gute Alternative“, so Mente. „Ich sehe die Ansiedlung einer Großschlachterei als Chance an.“

Mit Christian Meyer, landwirtschaftlicher Sprecher der Grünen im Landtag, Annegret Pfützner, Vorsitzende der Grünen-Kreistagsfraktion, Heidemarie Peters vom Tierschutz Celle, Waltraud Bergmann von der Bürgerinitiative gegen Hähnchenmast Etelsen und Gerd Wach vom Wassernetz Niedersachsen hatte Schrader fünf kompetente Mast- und Schlachtbetriebgegner eingeladen. Sie beleuchteten die mit dem Betrieb verbundenen Probleme von unterschiedlichen Blickwinkeln.

Riesiges Tierleid und eine hohe Emissionsbelastung durch die zu bauenden Mastställe gab beispielsweise Heidemarie Peters zu bedenken. Christian Meyer bezweifelte gar, ob der Bau der Großschlachterei überhaupt den im Markt vorhandenen Bedarfen gerecht würde. Gerd Wach schließlich wieß auf den problematisch hohen Wasserbedarf des Betriebes hin.

Im direkten Gespräch mit dem Publikum wurde deutlich, dass die Zuhörer in unmittelbarer Zukunft noch sehr viel mehr Informationen von offizieller Seite einfordern wollen. Sogar die Gründung einer Interessengemeinschaft gegen die Großschlachterei wurde auf den Weg gebracht. „Wir sind die ersten, die an die Öffentlichkeit gegangen sind, daher war klar, dass es hier heute noch ein wenig durcheinander gehen würde“, fasste Schrader die Diskussion zufrieden zusammen.