
Geflügelschlachtbetrieb: PHV/Umzug
Hunde räumen Platz für Geflügel
Teurer Umzug wegen Gewerbeansiedlung
(Von Simon Ziegler, CZ, 26.09.2009)
Die Ansiedlung eines Geflügelschlachtbetriebes im Wietzer Westen hat viele Konsequenzen. Arbeitsplätze entstehen, die Gemeinde gewinnt durch Steuereinnahmen wieder mehr Gestaltungsspielraum. Der Polizeihundeverein Wietze muss für die größte Gewerbeansiedlung seit Jahrzehnten – so hatte Landrat Klaus Wiswe die Pläne bezeichnet – sein Domizil aufgeben. Der Umzug kostet 400.000 Euro.
WIETZE. Idyllisch liegt der Platz des Wietzer Polizeihundevereins (PHV) am Rande der Erdöl-Gemeinde. Vereinsheim und Trainingsplatz sind von Bäumen umgeben, drei Mal in der Woche trainieren Schäferhunde und Dobermänner, springen über Hindernisse und kriechen durch Tunnels.
Doch mit der Idylle auf dem Gelände „Altes Magazin“ dürfte bald Schluss sein. Der Hundeverein zieht nämlich um und macht Platz für den Geflügelschlachtbetrieb der Firma Rothkötter, die auf der 21 Hektar großen Fläche westlich des Gewerbegebietes bauen will. Langfristig könnten dort bis zu 1.000 Jobs entstehen. „Wenn es um so viele Arbeitsplätze geht, kann man doch nicht dagegen sein“, sagt PHV-Vorsitzender Horst Troue, dessen Verein 38 Mitglieder hat.
Die Hundefreunde sollen einen Ersatzplatz bekommen, der nur wenige hundert Meter vom jetzigen Domizil im Wietzer Gewerbegebiet liegt. Das neue Hunde-Gelände wird fast 17.000 Quadratmeter umfassen, es wird auf drei Seiten von einem sechs Meter breiten und drei Meter hohen begrünten Lärmschutzwall umrandet sein. Ein 212 Quadratmeter großes Vereinsheim wird gebaut, Wege angelegt, Wasser- und Stromleitungen verlegt. Insgesamt kostet die Gemeinde der Umzug der Hundefreunde stolze 400.000 Euro.
Bürgermeister Wolfgang Klußmann räumt ein, dass ein Gewerbegebiet eigentlich nicht für die Unterbringung von Vereinen vorgesehen ist. Die freie Fläche habe sich aber angeboten, da sie im Besitz der Gemeinde und der Lärmschutz dort kontrollierbar sei, so Klußmann. Die Grundstücke in direkter Nachbarschaft des neuen Vereins-Geländes sind nicht bebaut.
Unbürokratisch und schnell haben Hundeverein und Gemeinde den Grundstückstausch geregelt. Zwar sind die Verträge noch nicht unterzeichnet, auf einer Mitgliedsversammlung im August haben die Vereinsmitglieder den Plänen aber zugestimmt. „Für uns war es wichtig, dass es eine dauerhafte Lösung wird“, sagt Troue. Der 1952 gegründete PHV wird voraussichtlich im kommenden Jahr zum dritten Mal bauen, erst in den achtziger Jahren zog man in das heutige Vereinsheim ein.








