Friedrichstraße

Die Wietzer Friedrichstraße
(Erinnerungen von Dieter Bosse)

Von dieser Sorte gibt es ja so einige in deutschen Landen. Selbstverständlich auch in Wietze.
Die berühmteste dürfte wohl die Berliner Friedrichstraße sein.
Aber gleich darauf kommt die aus Wietze.
Schon deshalb, weil dort der Malermeister Fritz (Friedrich) Bosse über viele Jahre mit seiner Familie und den dazugehörigen Zwillingen gewohnt und gewirkt hat.

Haus Nr.54 (heute 10).

Dass diese Straße nach unserem Vater benannt worden ist, wusste außer den Söhnen von „Friedrich Bosse“ natürlich niemand. Jedenfalls so lange nicht, bis wir Zwillinge das in Wietze verbreiteten.
Ob man uns das geglaubt hat, weiß ich heute natürlich nicht mehr. Aber es reichte doch, dass wir daran geglaubt haben. Wir wohnten in der Straße unseres Vaters. – Basta!

Nun ist es ja so, dass die sich immer mehr von der Jugend entfernende Jugend nicht nur Patina ansetzt, sondern gleichzeitig auch vergoldet wird. Von uns. Weil wir das Negative einfach vergessen oder verdrängen.

Es ist ja einfach auch angenehmer, helle statt trüber Gedanken zu haben.
Nun will ich nicht abschweifen. Schließlich war der Zustand dieser „Prachtallee“ damals nicht gut, sondern erbärmlich. Aber nur für erwachsene Menschen. Wir Kinder konnten damals auf der Friedrichstraße Schlittschuh laufen. Im Winter natürlich. Und damals gab es noch Winter.

Heute muß ich nachdenklich feststellen, dass sich unsere Welt, tatsächlich schon dramatisch verändert hat. Negativ verändert hat! Wir haben keinen Frühling, Sommer Herbst und Winter mehr. Wir haben zu jeder Jahreszeit einen Mix von allem.
Es gibt keinen Winter mehr – glaube ich.