
Hornbostel: „Hutweide”/Przewalski-Pferde angekommen
Naturschutzgebiet „Hornbosteler Hutweide”
Przewalski-Pferde angekommen(Von Eike Frenzel, CZ, 15.5.2009)
Seltene Pferderasse in Hornbostel: Wilde Landschaftspfleger aus der Steppe Vier Stuten der letzten erhaltenen Unterart des Wildpferdes komplettieren Natur-Projekt
Mit den vier Przewalski-Pferden, die seit Dienstag über die Hornbosteler Hutweide preschen, ist das Beweidungsprojekt in der Allerniederung komplett. Die Stuten, die zur letzten erhaltenen
Unterart des Wildpferdes zählen, bleiben ganzjährig im Freien und sind nicht zähmbar. Ihr Aufenthalt im Landkreis dient dem Erhaltungszuchtprogramm der seltenen Rasse, die ursprünglich aus den zentralasiatischen Steppen stammt.
HORNBOSTEL. Robust, schnell, wachsam aber vor allem: wild. So lassen sich die vier kleinen Pferde mit der auffälligen Mähne am treffendsten charakterisieren, die seit Dienstag die Hornbosteler Hutweide in der Allerniederung bei Wietze durchstreifen. Die ein bis drei Jahre alten, pony-großen Stuten gehören zur seltenen Przewalski-Rasse (sprich: Pschewalski), der letzten noch erhaltenen Unterart des Wildpferdes. Die Tiere haben den Transport gut überstanden und schnell damit begonnen, ihre neue Umgebung zu erkunden", sagt Landwirt Hans-Heinrich Thies aus Meißendorf, der das Naturschutzgebiet Hutweide betreut.
Wild und unbändig: Die vier jungen Przewalski-Stuten in ihrer neuen Heimat, der Hornbosteler Hutweide.
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Dass hier nun neben den 15 Heckrindern erstmals die ursprünglich in den Steppen zwischen Ural und Mongolei beheimateten Pferde galoppieren, liegt an verschiedenen Zuchanstrengungen, die seit dem 20. Jahrhundert in ganz Europa unternommen werden: Vorn Menschen nahezu ausgerottet, wurde 1960 für Przewalski-Pferde eines der ersten internationalen Zuchtbücher angelegt, um einen möglichst großen genetischen Austausch unter den wenigen noch lebenden Exemplaren zu gewährleisten.
Auf 1800 Tiere weltweit wird heute der Bestand der maximal 1,50 Meter großen und bis zu 300 Kilogramm schweren Pferde geschätzt, die allesamt von gerade 13 in Gefangenschaft gehaltenen Pferde abstammen.
Für Thies seien sie nicht nur deswegen ,beeindruckend." - Schließlich handelt es sich um direkte Verwandte des Wildpferdes:Sie lassen sich nicht zähmen."
Sorgen müsse man sich um die vier Stuten, die aus dem Wisentgehege Springe und der Naturlandschaft Döberitzer Heide bei Berlin in den Landkreis kamen, aber nicht. „Sie haben sich bereits zur Herde zusammengefunden und haben kein Stress”, so Thies, der sich lediglich um die regelmäßige Gesundheitskontrolle der flinken Pferde kümmern muss.
Ganzjährig bleiben die Tiere auf der 75 Hektar großen Hutweide, wo sie gemeinsam mit den Heckrindern die Funktion von Landschaftspflegern übernehmen, indem sie Gräser fressen und Gehölz verbeißen.
Schon im Juni könnten zwei weitere Przewalski-Stuten zur Herde dazu stoßen. Später sollen die Pferde für die Zucht eingesetzt werden.













