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Hornbostel: „Hutweide”/Erste Heckrinder angekommen

Naturschutzgebiet „Hornbosteler Hutweide”

Erste Heckrinder angekommen
(Von Simon Ziegler, CZ, 10.02.2009)

Die ersten zehn Heckrinder sind am Sonnabend in die Hornbosteler Hutweide gebracht worden. Im Frühjahr soll die Herde um weitere acht Tiere aufgestockt werden, darunter wird dann auch ein Zuchtbulle sein. Die äußerst seltenen Tiere, die jetzt in Hornbostel grasen, kommen von einem ähnlichen Beweidungsprojekt in Schleswig-Holstein.

HORNBOSTEL. Auf einmal ging es ganz schnell: Die ersten zehn Heckrinder durchstreifen das Naturschutzgebiet Hornbosteler Hutweide in der Allerniederung in der Gemeinde Wietze. „Am Sonnabend trafen die Tiere in dem rund 75 Hektar großen Naturschutz-Beweidungsprojekt ein“, so Achim Stolz, Sprecher des Niedersächsischen Landesbetriebs für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN). Die Lüneburger Behörde führt das Beweidungsprojekt im Auftrag des niedersächsischen Umweltministeriums durch.

Bei den Heckrindern in Hornbostel handelt es sich um sechs Kühe, drei Färsen – weibliche Rinder, die noch nicht gekalbt haben – sowie ein Kalb. „Die Tiere haben den Transport gut überstanden und bekundeten nach ihrer Ankunft ihre neue Heimat“, sagte Hans-Heinrich Thies, der betreuende Landwirt aus Meißendorf. Thies wird sich in den kommenden Jahren um die Tiere kümmern.
Die Rinder stammen von einem größeren Beweidungsprojekt auf der Halbinsel Eiderstedt in Schleswig-Holstein. Da die dortige Herde Nachwuchs bekommen hatte, war die Fläche für die Tiere zu klein geworden, so dass Heckrinder nach Hornbostel verlegt werden konnten.

Hinweis: Fotos können durch Anklicken vergrößert werden (alle Fotos: Claus-Friedrich Schrader)

„Wenn alles nach Plan läuft, wird die Herde bis zum Frühjahr um weitere acht Tiere aufgestockt, darunter auch ein junger Zuchtbulle“, sagte Danny Wolff, zuständiger Projektleiter beim NLWKN. Insgesamt sollen 30 Tiere in Hornbostel angesiedelt werden. Zusammen mit Wildpferden – noch immer ist unklar, ob Konik- oder Przewalskipferde – übernehmen die Tiere die Aufgabe von Landschaftspflegern. Durch ihre extensive Weidetätigkeit und durch Gehölzverbiss pflegen sie zahlreiche gefährdete Tier- und Pflanzenarten. „Das Beweidungsprojekt ist zusätzlich ein wichtiger Beitrag zur Erhaltung der Hutelandschaft“, so Wolff weiter. Eine Hutweide bezeichnet eine Fläche, auf die früher Haustiere unter Aufsicht eines Hirten zur Weide getrieben wurden.

Der niedersächsische Umweltminister Hans-Heinrich Sander sprach angesichts der Ansiedlung der seltenen Tiere von einem „wichtigen Beitrag zur Erhaltung der biologischen Vielfalt im Landkreis Celle“. Gestern wurde zudem bekannt, dass das Umweltministerium in Hannover weitere 30.000 Euro für das Projekt in Hornbostel bewilligt hat. Insgesamt kostet das Vorhaben, das von der EU, dem Land Niedersachsen und über Stiftungsgelder finanziert wird, jetzt 160.000 Euro. Das zusätzlich genehmigte Geld wird für Arbeiten am Zaun und im Gelände verwendet. Außerdem soll noch ein Gewässer angelegt werden, so NLWKN-Sprecher Stolz.