TSV Wietze: Allgemeine Entwicklung

Allgemeine Entwicklung des Sports im TSV Wietze
(übernommen bis 2004 im Wesentlichen aus der Festschrift "100 Jahre TSV Wietze")

Die Gründerjahre

Beim Versuch, 100 Jahre TSV aufzuarbeiten, musste immer wieder festgestellt werden, dass in früheren Zeiten offensichtlich viel lieber Sport getrieben, als dass an eine Dokumentation gedacht wurde. So sind viele
Ereignisse heute nicht mehr exakt nachzuvollziehen.

Trotzdem haben sich ein paar Turner auf den Weg gemacht, um die Archive in Stadt und Land über das Vereinswesen in Wietze nach historischen Unterlagen zu durchsuchen. Die Einsichtnahme war sehr mühsam, aber es konnten dennoch einige erstaunliche und interessante Dokumente gefunden werden.

Aus den Recherchen ergab sich, dass im Vereinslokal von Heinrich Meinheit („der Meinsbur“) Wietzer Bürger und Geschäftsleute 1905 den Männer-Turnverein „Wietze-Steinförde“ gründeten. Danach war der erste Vorsitzende der Malermeister Christian Meier und erster Turnwart Heinrich Höltershinken.

Die Zeiten nach der Vereinsgründung waren geprägt durch einfache sportliche Betätigungen.
Die Basis des sportlichen Angebotes waren überwiegend das Turnen und Ballspiele zur Förderung des Gemeinsinns.
Es gab keine Sporteinrichtungen wie wir sie heute kennen, sondern es wurden die großen Säle der Gaststätten genutzt. Wie aus den Anzeigen der damaligen Zeit zu entnehmen ist, folgte wahrscheinlich anlässlich der Gründung am 5.3.1905 ein Kappenfest zu dem der Vorstand eingeladen hatte.


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Eine weitere Veranstaltung zu dem der Vorstand im selben Jahr einlud, war das Ostervergnügen am 20.4.1905 welches im alten Bahnhofshotel stattfand. Von dieser Veranstaltung berichtet die Zeitung am 26.4.1905, dass eine Schlägerei während des Festes stattgefunden hätte. Durch eine Gegendarstellung musste die Zeitung das Ereignis aber zurücknehmen, weil der Vorfall sich schon in den Mittagstunden abgespielt hatte. Hier wollte sich der Verein wohl nichts anhängen lassen.
Dieses Fest bei dem sportliche Aufführungen im Mittelpunkt standen, sollte hier nicht ins falsche Licht gestellt werden. Abschließend fand ein Ball statt.

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Bild 1: Im Jahr 1907 ließ sich der Männer-Turn-Verein Wietze-Steinförde vom Photographenmeister Margraf aus Celle als Gruppe darstellen.
Bild 2: Auch der Arbeiter-Turnverein hatte schon in frühester Zeit Gründe zum Feiern. Im Jahr 1910 stellte sich die Gruppe nach gewonnenem Wettkampf mit Auszeichnung dem Photographen (Bild rechts).

Aus anderen Quellen wurde berichtet, dass im 1. Weltkrieg für die Soldaten, die zum Militär eingezogen wurden, Abschiedsbälle mit turnerischen Einlagen veranstaltet wurden. Diese fanden im Saal Schuster (heute Speiel) statt.


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Bild 1: Inzwischen hatte sich mit den Gründungsmitgliedern Ferdinand Brockmann, Wilhelm Hering, Ferdinand Plundke, Wilhelm Tacke u.a. im Punners/Brockmanns Gasthof „Zur grünen Eiche“ die "Freie Turnerschaft" gegründet, die sich sogar einen eigenen Spielmannszug leistete.
Bild 2: Dieses Bild von 1920 zeigt erfolgreiche Sportler des "Männerturnvereins Wietze-Steinförde"

Die zwanziger Jahre bis 1945

Der Sport in Wietze in den zwanziger und dreißiger Jahren war geprägt durch die auf den Ölfeldern und den damit verbundenen Betrieben beschäftigten Menschen. Freizeit in dieser Zeit, und damit sportliche Betätigung, hatte längst nicht den Stellenwert wie wir ihn von heute kennen.

Nach der oftmals schweren Arbeit von bis zu 60 Stunden in der Woche hat sich die von „Turnvater“ Jahn im 19. Jahrhundert ins Leben gerufene Bewegung zur Leibesübung nur begrenzt durchsetzen können. Aber dennoch haben sich immer wieder Frauen und Männer gefunden, die den Sport als sinnvolle Lebensart gepflegt haben. Leider gibt es keine genauen Zahlen mehr über die damals in den Sportvereinen von Wietze gemeldeten Mitglieder.

Bekannt ist, dass schon vor 1933 in der Gaststätte Wolfermann, später Brockmann (heute Gelände Netto-Markt) geturnt wurde.
Dadurch, dass es in Wietze viel zu tun gab, zogen immer mehr Leute auf der Suche nach Arbeit in das so genannte „Klein Texas“ in der Heide. Das Wachsen der Einwohnerzahlen hatte zur Folge, dass sich zunehmend Menschen in vielen kleinen Vereinen (Angelverein, Gesangverein und Sportvereinen) trafen. Vor allem junge Menschen interessierten sich für den Sport und wurden dort aktiv. Der Trend der sportlichen Bewegung setzte sich, durch die Nationalsozialisten gefördert, in der Hitlerjugend und beim Bund deutscher Mädchen weiter fort.

So wird berichtet, dass 1937 ein Schwimmbad an der Aller eröffnet wurde. Die Einweihung fand mit der damals üblichen Fahnenparade statt.

Fußball wurde bis zum Kriegsende auf dem alten DEA-Sportplatz in Neuwietze am Wieckenberger Weg gespielt.
Die Schule hat den Platz für die Leichtathletikübungen genutzt.
Das Turnen der Vereinsmitglieder fand in den Räumlichkeiten der seit 1940 geschlossenen Gaststätte Brockmann statt. Frühere Aktive berichten von den doch recht einfachen Bedingungen in diesen Räumen. So konnte es schon mal vorkommen, dass während der Übungen Mäuse auf den Balken spazieren gingen.
Später wurde das Gebäude von der Firma Rahte übernommen, aber es wurde weiter durch die Schulen und den TSV als Übungsraum verwendet.

Einer der letzten 1. Vorsitzenden bis 1945 war der Bohrmeister Willi Bruns.
Neben dem Turnen gab es auch die Sparten Leichtathletik, Fußball und Handball.
Leider war bis zum Kriegsende, die Möglichkeit Sport zu treiben, stark eingeschränkt. Es kam öfters vor, dass wegen eines Fliegeralarms die Kinder und Jugendlichen nicht zum Turnen gehen durften. Außerdem waren in den Turnräumen zeitweise Flüchtlinge untergebracht.

Die Nachkriegszeit - ein Neubeginn

Nach dem Kriege löste der Fußballer Wilhelm Hering (1946) den Direktor Lücke (1945-1946) von der DEA als ersten Vorsitzender des TSV Wietze ab.

Als Sportstätten wurde die Sporthalle an der Nienburger Straße und das Sportplatzgelände in Steinförde/Kolonie verstärkt genutzt. In den 50zger Jahren wurde die Anlage durch den Bau eines Sportheimes erweitert. Dort gab es Umkleideräume mit Duschen und einen Aufenthaltsraum für Besprechungen und kleine Feiern. Mitte der 60ziger Jahre wurde unter dem 1.Vorsitzenden Gustav Wachutka die erste Flutlichtanlage installiert.

Nach erfolgreichem Sport und Spiel trafen sich die verschiedenen Sparten in ihren Stammlokalen. So waren die Fußballer im Lokal zur Wietze-Brücke bei Rauschenbach (heute Buske), die Handballer bei Kalle Maul und die Faustballer bei Speiel. zu finden.
Am 2. Weihnachtstag fand regelmäßig der Sportlerball im Schützenhof bei Speiel statt, welcher abwechselnd von den Sparten organisiert wurde.

Nicht mehr im TSV Wietze betriebene Sportarten

Selbstverständlich gibt es im Laufe der Jahre in einem so großen Verein, wie dem TSV Wietze, ständig Veränderungen. Ein Wandel bei den Sparten und Sportarten ist dabei ganz normal. Engagierte Sportler, die sich Interessierte für eine neue Sportart suchen oder eine früher schon mal da gewesene Sportart wieder beleben wollen, gestalten das Gesamtbild der Sparten immer wieder neu. Dabei spielen Trends (z. B. Walking) natürlich eine große Rolle.
Die Basis im Spartengefüge bilden traditionell die Turnsparte sowie die Fußball- und die Handballsparte und seit dem Schwimmbadbau die Schwimmsparte.

Sportarten wie:
haben leider in Wietze dauerhaft keine Basis gefunden und sind meist nur wenige Jahre aktiv gewesen.