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Schützenfeste: Wo Schützenfeste gefeiert wurden

Schützenfeste in Steinförde
(Helmut Speiel erinnert sich an Schützenfeste)

Im Jahre 1935 lief das Schützenfest im Ortsteil Steinförde auf dem Grundstück am Schützenhof ab. Festwirt war mein Großvater Heinrich Schuster.
1936 war es auf dem „Theis“-Hof. Das ist das Grundstück der Familie Wiebe. Willi Hasselmann wurde Volkskönig. Wir Jungs hatten Blumenstöcke und die Mädchen Blumenbögen. Bei „Bahn-Theilmann“ war Helmut Theilmann Kinderkönig. Das war da, wo heute die Schmiede von Dolk ist. Ich sehe noch die große Zinkwanne voll Wasser aus der Handpumpe. Da wurden 3 oder 4 Liter Himbeersaft rein gegossen. Dann immer 5 kleine 0,1-Biergläser vollgeschenkt für uns Kinder. Es schmeckte großartig! Dass wir uns immer wieder anstellten, war ja klar.
Bei der „Kinderbelustigung“, so nannte man das damals, gab es schöne Preise zu gewinnen.
Kindertanzen war für uns Jungs nicht so recht etwas. Zum ersten Mal sah ich eine Militärkapelle unter Musikmeister Schütze aus Celle mit 8 Mann.

In den Jahren 1937 bis 1939 war das Fest bei dem Kriegerdenkmal in Steinförde. An das Jahr 1939 kann ich mich noch sehr gut erinnern. Zum ersten Mal spielte die Fliegerhorstkapelle aus Wietzenbruch, die eine großartige Stimmung brachte. Die Menschen befürchteten alle, dass es wohl Krieg geben würde. In der Nacht zum Dienstag wurde beschlossen, dass man noch einen Tag länger feiern wolle. Das war ein genialer Gedanke. Eine Riesenstimmung! Der Festwirt Curt Wolfermann und alle Teilnehmer hatten noch ein schönes Fest erlebt.

Am 1. September 1939 brach der 2. Weltkrieg aus und alle Tanzveranstaltungen waren verboten. Wie recht hatten die Männer.

August Gerling (Uhrmacher) für Steinförde und Hermann Lohmann für Wietze blieben 10 Jahre als Schützenkönigspaare. 1949 erlaubte die englische Militärregierung die Wiedergründung als Schützenverein Wietze-Steinförde e.V.
Das 1. Fest ersteigerte als Festwirt Bernhard Maul. Das denkwürdige Fest fand auf der Wiese hinter der Gaststätte statt. Eine besondere Attraktion war, dass der König Heinrich Ahrens auf einem Ochsen auf das Zelt ritt. Das Tier mochte wohl die Musik und war friedlich.

1950 wurde das Fest auf dem Platz, wo heute die Familie Gaudszuhn wohnt, gefeiert. Festwirte waren Hermann Buddenbohm, Kurt Röseler, Arno Rauschenbach und Grete Speiel.
Im Jahre 1954 wurde der Schießstand auf der Schützenwiese in Eigenleistung erbaut, Längst war ich Vereinsmitglied und aktiv im Schießsport dabei. 1955 wurde der Schießstand feierlich eingeweiht.
Festwirtsleute: Familie Speiel. Wir ahnten noch nicht, dass wir diese Aufgabe bis zum Jahre 1973 wahrnehmen sollten. Für eine Weiterführung konnten wir, meine Frau Bärbel und ich nicht garantieren, weil viele unserer treuen Mitarbeiter nicht mehr zur Verfügung standen. Schweren Herzens gaben wir den Auftrag zurück.

Der nächste Festwirt hatte zwei Namen Herr Liewert alias Hendorf. Er hatte wohl nicht alles richtig gemacht und wurde von der Familie Peisker abgelöst. Danach war Frau Seidler lange im Amt.
2008 führte Fa. Thiliant und Michael Krüger („Heidjerstube“) die Geschäfte in guter Qualität weiter! So ist dieser Auftrag wieder in guten Händen, denn das Schützenfest in Wietze-Steinförde ist immer noch ein richtiges Highlight im Ort geblieben. Großen Anteil daran hatte „unsere“ Hauskapelle Benstem-Naumann aus Celle. Die wussten einfach, was man spielen muß!

Die Schützenfeste in Wietze, damals feierten die beiden Ortsteile vor dem Krieg noch getrennt, kann ich nicht so beschreiben. Festwirte wie Heinrich Thomas, Christian Maul habe ich noch gekannt. Vielleicht kann dazu ein anderer Zeitzeuge darüber berichten.