Schwimmsport: Historie

Schwimmsport wird in Wietze in der "Schwimmsparte" des TSV Wietze betrieben. Sie ist eine der jüngeren Abteilungen innerhalb des TSV Wietze.
Noch während im Jahr 1974 in Wietze das Hallenbad gebaut wurde, wurde innerhalb des TSV der Wunsch nach einer Schwimmabteilung laut. Am 24. Oktober 1974 gründeten dann 15 Schwimmsportfreunde die Schwimmsparte und wählten Klaus Franke zum ersten Abteilungsleiter. Seit der Eröffnung des Hallenbades im Dezember 1974 hat der Schwimmsport in der Gemeinde Wietze einen großen Aufschwung genommen.

Insgesamt 15 Jahre führte Klaus Franke die Sparte, ehe er sie 1989 an Kurt Trumtrar abgab, der ihr auch heute noch vorsteht. Schnell wuchs die Sparte und hatte bald 60 Mitglieder. Übungsleiter und Kampfrichter wurden ausgebildet Bis 1980 konnte die Zahl der Mitglieder auf rund 200 gesteigert werden. Auf diesem Niveau blieb die Zahl der Mitglieder ca. 10 Jahre stehen. Mit Beginn der Neunziger Jahr begann ein weiteres stetiges Steigen der Mitgliedszahlen auf heute 350. Damit ist die Schwimmabteilung nach den Turnern die zweitgrößte Abteilung des Vereins.

Ihren ersten Auftritt hatte die neue Abteilung bei der Einweihung des Hallenbades am 06.12.1974. Bereits einen Tag später fand der erste Wettkampf auf Kreisebene statt. Aber man musste auch erkennen, dass noch viel Trainingsfleiß nötig sein würde, bis Aktive des TSV in den Kampf um Medaillen und Titel eingreifen können würden.

Am ersten Donnerstag des Jahres 1975 begann der regelmäßige Trainingsbetrieb. Seither ist der Donnerstag der Haupttrainingstag der TSV-Schwimmer. Im Januar 1976 übernahm der Schwimmmeister Ernst-Georg Siepke das Training. Die ersten Erfolge ließen dann auch nicht lange auf sich warten. Im selben Jahr errang Peter Franke den ersten Kreisjahrgangstitel im Brustschwimmen.

Das damalige Trainerteam (v.l.n.r.): Sportlehrer Diethmar Bohle, Michael Pollok, Günter Briefs, Heidi Reichenberg, Schwimmmeister Ernst-Georg Siepke, Heidi Heidrich, Ernst Warnecke, Spartenleiter Klaus Franke, Hilde Reichenberg.

Bilder von einem der ersten Nikolausschwimmen (ca. Ende der 70er Jahre)

Anfang der achtziger Jahre scharte Dagmar Warnecke einige Talente um sich, mit denen sie zusätzlich an den Wochenenden trainierte. Langsam zahlten sich die zusätzlichen Trainingseinheiten aus. Pünktlich zum zehnjährigen Geburtstag der Abteilung gab es 1984 den Bezirksjahrgangstitel sowie die ersten Qualifikationen zu Landesmeisterschaften.

Auf der Arbeit ihrer ehemaligen Trainerin baute ab 1989 Katja Trumtrar auf, die das Training der Leistungsgruppe von Dagmar Warnecke übernahm. Die Gemeinde stellte weitere Trainingszeiten zur Verfügung, so dass die Leistungsschwimmer bis zu fünf mal in der Woche trainieren konnten. Der hohe Trainingsaufwand zahlte sich langsam aus. Neben der Etablierung auf Kreis- und Bezirksebene kamen jetzt auch vermehrt Erfolge bei den Landesveranstaltungen hinzu.

Den ersten Landesjahrgangstitel gewann Frank von Massow 1985 über 50 m Brust. Weitere Medaillen gewannen Stephan von Kolson, Victoria Weidemann, Katja Trumtrar und Marco Trumtrar. Der erfolgreichste TSV-Teilnehmer bei Landesmeisterschaften war sicherlich Sören Pape, der 1996 als zehnjähriger acht Titel gewinnen konnte. Mit sechs Titel stand ihm 1998 Christian Dehning kaum nach.

Als Katja Wahl (ehemals Trumtrar) eine Babypause einlegte, übernahm 2000 Birgit Lissner das Training der Leistungsgruppe. Nachdem einige Leistungsträger den Verein verlassen bzw. mit dem Schwimmen aufgehört hatten, baute Birgit eine neue Gruppe auf, die bald an die Erfolge früherer Zeiten anschließen konnte.
Neben Kreis- und Bezirkstitel konnten 2004 Landesjahrgangstitel von Vanessa Dühlmeyer und Patrick Schelm rrungen werden.

Höhepunkt des Schwimmjahres ist seit 1985 das Nikolausschwimmen am ersten Dezemberwochenende. Bis zu 150 Kinder messen sich zunächst im sportlichen Wettkampf, um anschließend aus der Hand vom Nikolaus beschert zu werden.

Aber auch neben dem reinen Wettkampfsport haben die Schwimmer in den 30 Jahren ihres Bestehens einiges vorzuweisen. Zahlreiche Fahrten, ob mit dem Bus in den Harz, ins Wolfsburger Badeland oder den Freizeitpark Verden sowie Radtouren nach Müden/Örtze, Waldschmiede oder an die Aller lockerten den Trainingsbetrieb auf. Erfolgreich verliefen auch die Wietzer 24 Stunden-Schwimmen, bei denen bis zu 600 Schwimmer teilnahmen. Selbst der heutige Bundesverteidigungsminister Dr. Peter Struck sprang 1988 beim vierten 24 Stunden Schwimmen ins Wasser.

Seit mehr als zehn Jahren gehört Spartenleiter Kurt Trumtrar als Schiedsrichter dem A-Kader des Deutschen Schwimmverbandes an. Bei zahlreichen nationalen Titelkämpfen war er in verantwortlicher Position beteiligt, wenn Deutschlands Spitze um Meisterschaften bzw. Qualifikationen für Olympia, Welt- und Europameisterschaften kämpfte. In die Fußstapfen ihres Vaters ist mittlerweile Anja Trumtrar getreten, die seit Anfang 2004 ebenfalls dem Kader des Deutschen Schwimmverbandes angehört und die bei den letztjährigen Jugendmeisterschaften in Hannover erstmalig bei Deutschen Meisterschaften im Einsatz war. Für das Jahr 2005 haben beide eine Einladung zur Teilnahme an den offenen Deutschen Meisterschaften, die Ende Mai in Berlin ausgetragen werden.

Mit etwas Sorge blicken die Schwimmer in die Zukunft. Es ist zu hoffen, dass es dem Schwimmbadförderverein gelingt, den Erhalt des Bades zu sichern, damit auch in Zukunft Schwimmsport in Wietze betrieben werden kann.

Die Wettkampfschwimmer (2005) des TSV Wietze gemeinsam mit ihren Übungsleitern.

Trainer: vordere Reihe v.l. Nicole Busse, Birgit Lissner, Dagmar Warnecke, Petra Hesse und Mareike Lindner. hintere Reihe v.l. Burkhardt Rühmland, Katja Wahl, Vanessa Bienek, Andrea Bienek, Jennifer Troschke, Melanie Berlin, Kerstin Neuse, Almut Kühl und Monika Berlin.
Anja und Kurt Trumtrar als Kampfrichter bei den Deutschen Jugendmeisterschaften 2004 im Stadionbad Hannover.

(übernommen im Wesentlichen aus einem Beitrag von Kurt Trumtrar - Festschrift "100 Jahre TSV Wietze")