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Hornbostel: „Hutweide”/Sachstand 2008

Naturschutzgebiet „Hornbosteler Hutweide"

Seltene Tiere werden im Winter angesiedelt
(Von Simon Ziegler, CZ, 10.11.2008)

Vom Aussterben bedrohte Pferde und Rinder grasen ab Dezember im Naturschutzgebiet

Eine Herde exotischer Tiere soll in den kommenden Monaten in der Hornbosteler Hutweide angesiedelt werden. Die ersten Rinder und Pferde könnten schon im Dezember auf der rund 70 Hektar großen Fläche grasen. Gegenwärtig sind die Arbeiten am Zaun in vollem Gange. Das Naturschutzprojekt dient dem Erhalt der biologischen Artenvielfalt.

Seit Ende Oktober sind Arbeiter damit beschäftigt, eine 70 Hektar große Weide einzuzäunen. Dort sollen künftig Heckrinder leben. Die Entscheidung, ob sie mit Konikpferden zusammengebracht werden, ist noch nicht gefallen.

HORNBOSTEL. Das Beweidungsprojekt in der Hornbosteler Hutweide geht in die entscheidende Phase: Die letzten Vorbereitungen laufen, damit in diesem Winter vom Aussterben bedrohte Rinder und Pferde beheimatet werden.
Auf einer Fläche von 70 Hektar werden künftig Heckrinder, also rück-gezüchtete Auerochsen, grasen. Bei den Pferden ist die Entscheidung über die genaue Rasse noch nicht gefallen, teilte das niedersächsische Umweltministerium mit. Entweder werden es Konik- oder Przewalskipferde. Konikpferde gelten als pflegeleichter, heißt es. Insgesamt sollen in dem Gebiet etwa 30 Tiere leben. Der Zeit-plan sieht vor, dass die ersten Tiere schon im Dezember nach Hornbostel kommen.
Träger des Projekts ist das Land Niedersachsen, mit der Ausführung ist der Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN) beauftragt. Insgesamt kostet das Vorhaben 130.000 Euro. Die EU und das Land tragen jeweils rund 60000 Euro, der Rest wird über Stiftungsgelder finanziert. Die Beweidung ist Teil des im Jahr 2004 ausgewiesenen Naturschutzgebietes „Ilornbosteler Hutweide”. In der historischen Kulturlandschaft der Aller-Auen zwischen dem Allerwehr in Bannetze und dem Wacholderpark gibt es seltene Vögel, Insekten, Biotope und Pflanzen. Die Hutweide - der Begriff bezeichnet eine landwirtschaftliche Fläche, auf die Haustiere unter Aufsicht eines Hirten zur Weide getrieben wurden - ist einer der wenigen Bereiche des niedersächsischen Flachlandes, in dem die typischen Merkmale der alten Hutenutzung noch vergleichsweise gut ausgeprägt sind.

Das Land Niedersachsen hat die Fläche an einen heimischen Landwirt verpachtet, der sich in den kommenden Jahren um die Tiere kümmern wird. Für die Gemeinde Wetze könnte das Naturschutzprojekt auch einen touristischen Nutzen haben. Denn in der Nähe der Weide verläuft der Allerradweg, so dass Radtouristen die seltenen Tiere aus nächster Nähe begutachten können.