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Turnsport: Historie

Die ersten Turner gründeten Anfang des letzten Jahrhunderts einen Sportverein in Wietze. Zunächst lautete der Name MTV Wietze. Aus diesem Verein ging später der TSV Wietze hervor. Die damalige Turnerschaft war eine reine Domäne der Männer wie es hier zu sehen ist.

v.l.n.r.: R. Schmidt, H. Krauen, A. Brockmann, F. Büsselberg, F. Pluschke, R. Paulke
Aufnahme vor dem Brockmannschen Gasthaus

Da es noch keine Sportstätten im heutigen Sinne gab, wurden die Übungen im Freien gemacht und geturnt wurde an dem feststehenden Reck oder Barren im Schulhof. Nach dem Absprung landete der Turner im weichen Sand.
Erst in den zwanziger Jahren kamen auch andere Sparten, wie die Leichtathletik, Fußball, Feldhandball und die Turner-Damenriegen dazu.
In dieser Zeit wurden die ersten Turngeräte angeschafft und man turnte in verschiedenen Sälen der hiesigen Gaststätten.
Die zur Verfügung stehenden Plätze für die sportlichen Übungen hatten nicht immer einen „englischen Rasen“.

Das Turnen der Vereinsmitglieder fand in den Räumlichkeiten der seit 1940 geschlossenen Gaststätte Brockmann statt.
Frühere Aktive berichten von den doch recht einfachen Bedingungen in diesen Räumen. So konnte es schon mal vorkommen, dass während der Übungen Mäuse auf den Balken spazieren gingen.
Später wurde das Gebäude von der Firma Rahte übernommen, aber es wurde weiter durch die Schulen und den TSV als Übungsraum verwendet.

Als Spartenleiter Turnen war Gustav Büsselberg bekannt. Er engagierte sich sehr für die Jugend. Übungen fanden einmal unter der Woche und an den Wochenenden statt.
Als Vorturner waren damals Rudi Preuss, Friedel Riebesell, Paul Eisner, Paul Hering u. a. im Einsatz.

Im Sommer fand das Turnen natürlich im Freien statt (Namen: ..)

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Bild 1 und 2: Sportlerinnen beim Figurenturnen auf dem alten Sportplatz nahe der Bahn 1945.
Bild 3: Zum Wettkampf traf man sich betreut von Spartenleiter Büsselberg 1943 in Wathlingen

Aktive auf dem Sportplatz Neuwietze etwa 1948. Turngeräte, wie Sparren und Pferd waren in einer Wellblechhütte auf dem Sportgelände gelagert.

Nach dem Krieg fanden auf dem Saal im Bahnhofshotel und im Wietzer Hof bei Buddenbohm Turnveranstaltungen statt. Die Vorführungen waren immer gut besucht. Hier eine Bildauswahl aus dieser Zeit:

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Bild 1: Junge TSVlerinnen bei einer Vorführung beim Bühnenturnen auf dem Saal bei Buddenbohm (heute Fahrrad Giesecke) am 8.August 1948
Bild 2: Turnerinnen am Volksturntag 12. Juni 1949
Bild 3: Friedel Weiland bei einer Barrenübung auf dem Saal des sog. Bahnhofshotels im September 1950

Die Nachkriegsjahre

Der Gerätebestand, der jetzt noch genutzt werden konnte beschränkte sich auf ein Reck, ein Pferd, 2 Böcke, Turnringe, ein Rhönrad und ein paar Hanteln. Keine gut gefederten Turnmatten, sondern nur Kokosmatten waren als Turnunterlage vorhanden und führten häufig zu Verletzungen bei unsanftem Aufkommen.
Um die Bedingungen zu verbessern wurde nach der Währungsreform 1948 ein so genannter Olympia-Barren beschafft. Um das Gerät bezahlen zu können, wurde zuvor bei Wietzer Geschäftsleuten gesammelt. Der Barren wurde von den Turnern selber vom Bahnhof abgeholt. Alle waren sehr stolz auf das neue Turngerät, welches fortan im Mittelpunkt bei turnerischen Veranstaltungen stand.

Die Übungsabende fanden mehrmals wöchentlich für die verschiedenen Altersgruppen (Frauen, Männer und Kinder) in der Nienburger Straße statt. Oftmals füllten mehr als 50 Kinder und Jugendliche den Saal. Als Übungsleiter waren Rudi Preuss, Friedhelm Grochowski und Friedel Weiland im Einsatz. Durch Übungsfleiß und sehr gute Anleitung wurden Standards erreicht, die bei den jährlich stattfindenden Bühnenveranstaltungen (Saal Buddenbohm) und Schauturnveranstaltungen vorgeführt wurden. Weit über die Grenzen von Wietze hinaus sorgten diese Darbietungen in Fachkreisen für Gesprächsstoff.
Die nachfolgenden Bilder liefern Beweise des turnerischen Könnens.

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Bild 1: v. lks. Hannelore Schneeweiß, Rosemarie Hildebrandt, -?-, Luzie Weber und Turnerin Margot Wittenberg
Bild 2: v. lks. Paul Hering, Karl-Heinz Wendorff, Herbert Falk, Helmut Herrmann, Friedel Weiland, Friedel Riebesell und Turner Rudi Preuss beim Bühnenturnen auf dem Saal bei Buddenbohm
Bild 3: v. lks. Margot Lammers, Marlene Falch, Elli Ehrich, Hedwig Quednau, Renate Becherer, Ruth Beckmann, Edith Hillecke und Karin Verhovec

Die notwendige Sport- und Tanzbekleidung wurde von Aktiven selbst in ihrer Freizeit entworfen und hergestellt.

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Bild 1: v. lks. Helga Hasselmann, Margot Wittenberg, Hannelore Schneeweiß, Lisa Thies und Luzie Weber beim gymnastischen Tanz (3 Damen verdeckt)
Bild 2: v. lks. stehend: Paul Hering, Friedel Riebesell, Friedel Weiland, Hermann Strallud, Karl-Heinz Wendorff, Herbert Falk, Spartenleiter Rudolf Preuß, Rosemarie Hildebrand, Irma Gieseke, Helga Hasselmann, Lisa Thies, Hannelore Schneeweiß, Luzi Weber, Margot Wittenberg, Irene Krieger v.lks. knieend: Werner Holenstein, Reinhold Fricke, Friedhelm Grochowski, Hans Riebesehl, Wolfgang Hering, Horst Hartlage, Joseph Schmotz, Lothar Weiland, Eva Wüdnau, Edith Hillecke, Margot Lammers, Ruth Beckmann, Karin Verhovec, Marlene Falch, Elli Ehrich, Renate Bechera
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Bild 1: Rudi Preuss und Friedel Riebesell in Aktion
Bild 2: Jugendturner vor der Turnhalle an der Nienburger Straße vor einem Ausflug mit Übungsleiter Friedhelm Grochowski.
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Bild 1: v.Lks. Gabriele Schmarke, Lotte Meyer, Rosemarie Wendorff, Hildegard Püppke, Isa Oberländer, Anne Brüske, ? , Inge Sieg
Bild 2: Turner bei einer Reckübung beim Schauturnen 1956 auf dem Saal des sog. Bahnhofshotels

Die letzten Jahre

Die heutige Turnsparte des TSV hat die größte Mitgliederzahl im Verein. Durch die Nutzung der großzügigen Sportanlage an der Wieckenberger Straße kann jedem Sportinteressierten aller Altersgruppen eine Menge angeboten werden.
Sie bietet neben dem Kinderturnen auch die Möglichkeit leichtathletische Übungen an den verschiedensten Geräten vorzunehmen.

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Bild 1: Thorsten Sachs und Daniel Stachetzki in Aktion
Bild 2: Junge Turner des TSV beim Kreiskinderturnfest 1992 in Bergen
Bild 3: Sportlehrer Burkhard Rühmland bei den Rundenwettkämpfen 1994 mit seinen Turnern

Die Mädchen und Jungen üben mit lizenzierten Übungsleitern Rundenwettkämpfe des Turnkreises Celle durch.

Spartenleiter Friedhelm Grochowski, Sportlehrer Burkhard Rühmland und Übungsleiterin Iris Krogmann mit Ihre Aktiven nach einem Wettkampf 2003 Durch Konzentration, Disziplin und Trainingsfleiß werden auf Wettkämpfen in den verschiedenen Jahrgängen fast immer vordere Plätze belegt. Höhepunkte für jeden Turner und jede Turnerin ist die Teilnahme an den Niedersächsischen Landes- und auch Deutschen Turnfesten. Auch der TSV ist mit Begeisterung dabei. So besuchten Wietzer Sportler diese Ereignisse.
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Bild 1: Berlin 1987, mit Sportlehrer Rolf Koch, Heinz Nolze und Wenzel Görner
Bild 2: Hamburg 1994, mit Heinz Nolze und Sportlehrer Burkhard Rühmland
Bild 3: München 1998, Sporlehrer Burkhard Rühmland zieht das Wietzer Wahrzeichen, den Ölturm, für die Wietzer Turner durch Münchens Straßen.

Im Jubiläumsjahr 2005 ist wiederum eine Fahrt zum deutschen Turnfest nach Berlin vorgesehen.

Des weiteren kann jeder Interessierte am Fitness- und Gesundheitssport in der Sporthalle teilnehmen. In einem eigens eingerichteten, so genannter Kraftraum, werden unter kompetenter Anleitung Übungen durchgeführt.

Die Seniorenturner des TSV haben den Freitagabend fest im Griff. Fast an jedem Übungsabend wird Volleyball gespielt. Geselligkeit und Spaß kommt dabei niemals zu kurz.

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Bild 1: Die Seniorenturner bei einer Vorführung auf der Turnschau 1990
Bild 2: Aufnahme von der Turnschau 1992

(übernommen im Wesentlichen aus der Festschrift "100 Jahre TSV Wietze")