
Faustballer und die Familie Speiel
Die Sparte Faustball und die Speiel-Familie
(von Helmut Speiel)
So im Jahre 1957 gründeten einige ältere Sportler des TSV Wietze eine Faustball-Sparte. Irgendwie wurden sie in unserem Gasthaus heimisch. Der führende Kopf war Willi Busse. Franz La-Deur, Günter Krüger, Karl-Heinz Schlicher, Richard Neumann, Ernst Ottenhausen, Willi Kleinfeld, Gerd Räther und einige andere waren die Männer der ersten Stunde. Immer Donnerstag nach dem Training saß man am Stammtisch und redete über den Sport.
Willi Busse hat mit harter Hand die Gruppe zusammengehalten. Schnell kamen erste Erfolge. Neue Spieler kamen dazu. Es war immer eine gemütliche Runde nach den Punktspielen in der Gau-Klasse. Wenn wir gewonnen hatten, wurde auch einer getrunken und gesungen.
Hatten wir unentschieden gespielt, wurde einer zur Brust genommen, hatten wir aber verloren, dann wurde richtig einer getrunken. So gingen die ersten erfolgreichen Jahre dahin. Der erste Aufstieg war erreicht. Wieder kamen neue starke Spieler dazu. Willi Busse mochte die Geselligkeit nach dem Spiel, war immer großzügig. War kein Geld mehr für eine Runde da, kam sein Kommando: Jeder eine Mark in den Pott, bis die nächste Runde in Ordnung ging. 1960 heiratete ich meine Bärbel, die sofort mit den Faustballern eine Freundschaft schloss. Die Reisen der aufgestiegenen Mannschaft wurden immer weiter. Kam man nach einer weiten Reise zurück, hatte man einen Riesenhunger.
Da entstand die Idee, für die Sparte ein Schwein zu schlachten, schöne Schlachtewurst zu machen, damit die Hel- den nicht vom Fleische fielen. Gesagt, getan! Herbert Hermann besorgte das Schlachten, alle halfen mit, Willi Kleinfeld als Spartenkomiker, Bärbel und Mutter Thea, alle halfen dabei. Wenn dann die Mannschaft siegreich heimkehrte, stand immer etwas herzhaftes auf dem Stammtisch.
Bei den weiten Touren nach dem Aufstieg war Speiels Auto immer unterwegs. In Bielefeld gelang dann der Aufstieg in die Regionalliga! Das ist die zweithöchste Spielklasse in der Bundesrepublik!
Was war unser „Mester Busse“ stolz!
Ein ganz großer Wurf gelang dem Strategen: Der Deutschland-Pokal für Faustball wurde nach Wietze vergeben. Aus ganz Deutschland reisten die besten Mannschaften an. Eine tolle logistische Leistung, die Sportler alle unterzubringen. Das war ein Sporttag, wie wir ihn lange nicht vergessen haben. Alles hat wunderbar geklappt. Wietze war jetzt allen Teilnehmern bekannt. Eine tolle Werbung für unseren Ort. Eine große Dankesurkunde hängt noch über dem Stammtisch in der Kegelbahn bei uns.
Willi Busse und seine Mitstreiter richteten eine große Feier zum 25. Spartenjubiläum bei uns aus. Alle erkämpften Pokale waren ausgestellt. Alle Ehrengäste, Gründer und Aktiven haben an dem Fest teilgenommen. Es war eine rauschende Ballnacht.
Herausragend war für unsere Gäste, wie Willi Busse die Gemütlichkeit nach den Spielen pflegte. Immer zurück zum Stammtisch und dann die Manöverkritik. In gemütlicher Runde wurden schöne alte deutsche Lieder angestimmt. Das mochten unsere Sportgäste und blieben immer länger als vorgesehen, sitzen.
Unser Willi kam in die „Jahre“, er gab die Spartenleitung in jüngere Hände. Die sportlichen Leistungen blieben, aber die Gemütlichkeit blieb so etwas auf der Strecke.
Die Zeiten haben sich geändert, die Menschen hatten weniger Geld zur Verfügung. Die Spartenleitung wechselte noch mal.
Die großen Unterhalter wie Franz La-Deur, Willi Kleinfeld, Dieter Neumann, Heinz Nolze, nur um einige zu nennen, sind nicht mehr unter uns. Was als sichtbares Zeichen bleibt, sind die vielen Siegespokale, die bei uns im Schützenhof zu sehen sind.
Wenn dann mal ein Ehemaliger uns besucht, kommt immer wieder die Redewendung: “Weißt Du noch“?. An jedem Pokal hängt eine lustige Story.
So in der Vorweihnachtszeit holt unsere Spartenleiterin Gabi Stephan die letzten Getreuen zu einem Spartenessen zusammen. Zu dem 100-jährigen Jubiläum unseres TSV Wietze konnten wir noch eine Menge Fotos und Geschichten beisteuern. Namen, wie Heinz Kandzia, Helmut Brammer, Erwin Lange, Karl-H. Windisch, Peter Göhl, Hansi Kleinfeld, Udo Plundke, Kurt Trumtrar, Volker Speiel und viele weitere bleiben als Erinnerung an eine sportliche Erfolgszeit in unserer Faustballsparte, der wir wohl eine gute Gastgeberfamilie waren.








