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Hallen- und Freibad: Trägerschaft/Änderung

Wietzer Bad fällt nicht ins Haushaltsloch
Ein Schwimmbad macht viel Arbeit, und Arbeit ist teuer
(Von Maren Klein, CZ, 17.12.2004)

Die Wietzer wissen nicht mehr, an welchen Ecken sie noch sparen sollen. Um ihr Schwimmbad erhalten zu können, blieb dem Rat nur noch eine Chance: Die Trägerschaft an den Förderverein abzugeben. Aufgaben wie Reinigung und Aufsicht hatte der Verein schon im vergangenen Jahr übernommen, jetzt ist er endgültig der Chef im Haus. Von der Gemeinde gibt es nur noch 75000 Euro im Jahr - der Rest muss durch Eintrittsgelder und Spenden aufgebracht werden.

WIETZE. „Moralisch ist das, was wir hier tun, eigentlich nicht mehr vertretbar", sagte Irene Rahte (CDU), als es für die Wietzer Ratsfrau und ihre Kollegen ans Abnicken des diesjährigen Haushaltsplans ging. Ein Defizit von sechs Millionen, ein Kämmerer, der seinen Bericht mit den Worten „ich weiß nicht, wo es hingehen soll", schließt - das drückte die Stimmung gewaltig. „Können wir für so eine Entscheidung nicht irgendwann auch in Regress genommen werden?", fragte Jürgen Verhovec (SPD) und forderte etwas, was in diesem Ratssaal wohl noch nie passiert ist: über den Haushalt wurde geheim abgestimmt. So kam es, dass der Rat den Haushalt 2004 zwar mit einer großen Mehrheit abnickte - aber niemand mehr nachvollziehen kann, wer.

Nachdem diese Kröte geschluckt war, kam gleich die nächste: der Verwaltungsausschuss hatte dem Rat einstimmig empfohlen, die Trägerschaft für das Wietzer Bad an den Förderverein abzugeben und damit aus dem laufenden Haushalt auszugliedern. Mehr als 75000 Euro kann die Gemeinde dem Verein schon seit dem vergangenen Jahr nicht mehr zur Verfügung stellen. Noch 2002 war die Gemeinde als Betreiber des Bades mit gut 220000 Euro jährlich für das Bad aufgekommen - eine finanzielle Lücke, die der Förderverein durch die Beiträge neuer Mitglieder und die Arbeit ehrenamtliche Helfer gestopft hat.

Wenn es um Eintrittspreise und Öffnungszeiten geht, hat in Zukunft der Verein das Sagen. „Dass wir es sind, die die die Eintrittspreise einnehmen und nicht die Gemeinde, war steuerrechtlich gesehen die Bedingung, dass wir weiter als gemeinnütziger Verein gelten können", erklärt Annemarie Liebig-Bunke, die Vorsitzende des Fördervereins, „das heißt: Davon hing ab, ob wir weitermachen können."

Gelände und Gebäude bleiben weiter im Besitz der Gemeinde, für einen symbolischen Betrag von 1 Euro jährlich wird das alles an den Verein vermietet. „Früher haben sich alle drei Ämter der Gemeinde und die Mitglieder des Vereins mit dem Bad beschäftigt", erklärt Wietzes Kämmerer Wolfgang Klußmann, der selbst Mitglied im Förderverein ist und so beide Seiten kennt, „diese Zweiterteilung hatte auch viele Nachteile. Es macht die Sache einfacher, dass jetzt alles in einer Hand liegt." Und dass es diese Hände geschafft haben, trotz der schlechten Schwimmsaison im vergangenen Sommer über die Runden zu kommen, zeigt, dass man in Wietze auf dem richtigen Weg ist. Mit wenig Geld und viel freiwilligem Engagement.

Förderverein ist jetzt der Herr im Haus
(Von Maren Klein, CZ, 18.12.2004)

Gemeinde gibt Trägerschaft ab - mehr als 75 000 Euro Zuschuss sind nicht drin

Die Wietzer wissen nicht mehr, an welchen Ecken sie noch sparen sollen. Um ihr Schwimmbad erhalten zu können, blieb dem Rat nur noch eine Chance: Die Trägerschaft an den Förderverein abzugeben.
Aufgaben wie Reinigung und Aufsicht hatte der Verein schon im vergangenen Jahr übernommen, jetzt ist er endgültig der Chef im Haus. Von der Gemeinde gibt es nur noch 75.000 Euro im Jahr - der Rest muss durch Eintrittsgelder und Spenden aufgebracht werden.

„Moralisch ist das, was wir hier tun, eigentlich nicht mehr vertretbar”, sagte Irene Rahte (CDU), als es für die Wietzer Ratsfrau und ihre Kollegen ans Abnicken des diesjährigen Ilaushaltsplans ging. Ein Defizit von sechs Millionen, ein Kämmerer, der seinen Bericht mit den Worten „ich weiß nicht, wo es hingehen soll”, schließt – das drückte die Stimmung gewaltig. „Können wir für so eine Entscheidung nicht irgendwann auch in Regress genommen werden?”, fragte Jürgen Verhovec (SPD) und forderte etwas, was in diesem Ratssaal wohl noch nie passiert ist: über den Haushalt wurde geheim abgestimmt. So kam es, dass der Rat den Haushalt 2004 zwar mit einer großen Mehrheit abnickte – aber niemand mehr nachvollziehen kann, wer.

Nachdem diese Kröte geschluckt war, kam gleich die nächste: der Verwaltungsausschuss hatte dem Rat einstimmig empfohlen, die Trägerschaft für das Wietzer Bad an den Förderverein abzugeben und damit aus dem laufenden Haushalt auszugliedern. Mehr als 75.000 Euro kann die Gemeinde dein Verein schon seit dem vergangenen Jahr nicht mehr zur Verfügung stellen. Noch 2002 war die Gemeinde als Betreiber des Bades mit gut 220.000 Euro jährlich für das Bad aufgekommen – eine finanzielle Lücke, die der Förderverein durch die Beiträge neuer Mitglieder und die Arbeit ehrenamtliche Helfer gestopft hat.

Finanzierung des Schwimmbads
Wenn es um Eintrittspreise und Öffnungszeiten geht, hat in Zukunft der Verein das Sagen. „Dass wir es sind, die die Eintrittspreise einnehmen und nicht die Gemeinde, war steuerrechtlich gesehen die Bedingung, dass wir weiter als gemeinnütziger Verein gelten können”, erklärt Annemarie Liebig-Bunke, die Vorsitzende des Fördervereins, „das heißt: Davon hing ab, ob wir weitermachen können.”
Gelände und Gebäude bleiben weiter im Besitz der Gemeinde, für einen symbolischen Betrag von 1 Euro jährlich wird das alles an den Verein vermietet. „Früher haben sich alle drei Ämter der Gemeinde und die Mitglieder des Vereins mit dem Bad beschäftigt”, erklärt Wietzes Kämmerer Wolfgang Klußmann, der selbst Mitglied im Förderverein ist und so beide Seiten kennt, „diese Zweiterteilung hatte auch viele Nachteile. Es macht die Sache einfacher, dass jetzt alles in einer Hand liegt.” Und dass es diese Hände geschafft haben, trotz der schlechten Schwimmsaison im vergangenen Sommer über die Runden zu kommen, zeigt, dass man in Wietze auf dem richtigen Weg ist. Mit wenig Geld und viel freiwilligem Engagement.