Wissen Sie, wann die Gemeinden im Raum Wietze zusammenlegt wurden?

Hallen- und Freibad: Nutzungsänderung/Vereinsbad

Wietzer Bad nur für Vereinsmitglieder
(von Karin Dröse, CZ, 11.9.2003)

Das Wietzer Hallen- und Freibad wird ab 2004 zum Vereinsbad. Einen entsprechenden Vertrag mit dem Förderverein Schwimmbad Wietze hat der Rat in seiner Sitzung am Dienstag einstimmig beschlossen.

Die Konsequenz: Drei Mitarbeiterinnen müssen gehen. Der Schwimmmeistergehilfin sei bereits gekündigt worden, die beiden Kassiererinnen verlieren ihren Arbeitsplatz Ende des Jahres. Der Schwimmmeister, der aufgrund langjähriger Tätigkeit unkündbar sei, kümmere sich um die Technik und werde im Außendienst eingesetzt, so Bürgermeister Hermann Holzbach.

Die Gemeinde trägt die Betriebskosten und übernimmt ein jährliches Defizit bis zu 75 000 Euro und erhält die Eintrittsgelder. Im vergangenen Jahr lag der Zuschussbedarf für den laufenden Betrieb bei 212.000 Euro.
Der Verein muss für qualifizierte Badeaufsicht und für die Reinigung sorgen. Eintrittskarten verkauft ab 2004 die Gemeinde Wietze an Interessierte, die ihre Vereinsmitgliedschaft nachweisen.
Teurere Reparaturen schwebten als Damoklesschwert über dein Wietzer Bad, so Annemarie Liebig-Bunke, Vorsitzende des Fördervereins Schwimmbad in ihrem Bericht an den Gemeinderat. Eine Kreditaufnahme verwehre der Landkreis der Gemeinde, so Holzbach. Daher würden die Hälfte der eingesparten Zuschüsse für laufende Ausgaben im Badbereich ausgegeben. Der Passus, nachdem eingesparte Mittel für investive Ausgaben vorgesehen sind, wurde aus dem Vertrag gestrichen.

Der Förderverein habe durch den vorbildlichen Einsatz nicht nur die defekte Heizung repariert, sondern auch Fliesen und Farbe erneuert und so das Bad attraktiver gemacht, erklärte Liebig-Bunke. Sie zieht eine positive Bilanz: Der Verkauf von Tageskarten habe sich von 4.015 auf 8.409 mehr als verdoppelt, die Mitgliederzahl stieg vom April dieses Jahres bis heute von 189 auf 312 und der Kassenstand erhöhte sich durch verschiedene Veranstaltungen von 6.210 Euro auf 23.710 Euro.
Ziel sei es, Reha-Maßnahmen ins Wietzer Bad zu holen. Deshalb soll der Warmbadetag am Anfang der Woche stattfinden. Kurse wie Aqua-Jogging würden in Vereinsregie angeboten. Ein Beachvolleyballfeld soll angelegt werden, damit Volley- und Handballspiele zusätzliche Gäste ins Freibad lockten. Im kommenden Jahr seien verschiedene Veranstaltungen geplant, die Geld in die Kasse des Fördervereins bringen sollen, um Rücklagen zu bilden. Ein Maibockfest, ein Rockkonzert der Gruppe „Rollsplitt”, „Spiel ohne Grenzen” oder ein 24-Stunden-Schwimmen sollen im kommenden Jahr im Schwimmbad stattfinden.

Wichtige Ziele seien, Energie und Chemiekalien zu sparen. Dazu könnte eine Solaranlage gebaut werden. Ein Bauausschuss werde gegründet, der sich auch mit dem Bau einer Sauna befassen soll, so Liebig-Bunke. Das Hauptproblem sei, die Personalkosten zu senken. Der Nutzungsvertrag verpflichtet den Förderverein, ab Januar 2004 qualifiziertes Badeaufsichtspersonal mit dem Leistungsschein Silber einzusetzen. Neun Teilnehmer hätten einen Kursus absolviert, drei davon aus Wietze. Derzeit spreche man mit dein Förderverein des Freibades Westercelle darüber, ob Rettungsschwimmer im Winter in Wietze eingesetzt werden können, erklärte die Fördervereins-Vorsitzende.

Informationen über die Zukunft des Wietzer Bades und für Schwimmbadbesucher
(von Bürgermeister Holzbach, WNR 10/2003)

Der Gemeinderat hat in seiner öffentlichen Sitzung am 6. Mai 2003 beschlossen, das Hallen- und Freibad Wietze zum 31.12.2003 zu entwidmen, d. h., es gibt ab Januar 2004 kein öffentliches Bad mehr sondern ein Vereinsbad.

Träger ist weiterhin die Gemeinde, der Förderverein Schwimmbad Wietze e.V., die DLRG Wietze und der TSV unterhalten die Einrichtung und sind zuständig für die Wasseraufsicht, Verkauf der Eintrittskarten, Überwachung des Eintritts, für die Reinigung, Werbung, Pflege des Außenbereichs und für Veranstaltungen.
Die technische Aufsicht verbleibt bei der Gemeinde. Im Zusammenhang mit diesen Veränderungen stellen sich den Besuchern viele Fragen. Die wichtigsten hiervon sollen nachstehend beantwortet werden:

  1. Wer darf das Bad zukünftig nutzen?
    Unter der Bezeichnung Vereinsbad soll das Wietzer Frei- und Hallenbad mit neuer kostensparender Konzeption weitergeführt wer-den. Dabei kann jeder Bürger/jede Bürgerin, der/die Mitglied der DLRG, des TSV oder des Fördervereins Schwimmbad ist, das Bad zu den Zeiten. nutzen, in denen die drei genannten Vereine nutzungsberechtigt sind.
    Für die Vereine, die in der Vergangenheit bereits Vereinsschwimmen angeboten haben, verändert sich nichts, es sei denn, es verschieben sich Nutzungszeiten.

  2. Können auch Besucher, die keinem dieser Vereine angehören, das Bad nutzen?
    Da es sich zukünftig um ein Vereinsbad handelt, müssen Besucher grundsätzlich Mitglied eines dieser Vereine sein. Die Gemeinde führt das Bad nicht mehr als öffentliche Einrichtung weiter. Nicht vereinsgebundene Besucher können aber über eine „Tagesmitgliedschaft”, Einzel- oder Zeitkarten erwerben. Hierzu werden z.Zt. Voraussetzungen bzw. Vorgaben durch die Vereine erarbeitet.

  3. Ab wann gelten die Änderungen?
    Offiziell wird das Vereinsbad mit dem 1. Januar 2004 seinen Betrieb aufnehmen. Ab sofort werden Vorbereitungen auf die neue Nutzung getroffen. Der Schwimmmeister und die Schwimmmeistergehilfin stehen im laufenden Jahr während der (noch) öffentlichen Badezeiten zur Verfügung.

  4. Was passiert mit den Eintrittspreisen und bereits erworbenen Zeitkarten?
    Eintrittspreise werden nach wie vor in ähnlicher Höhe erhoben. Der Verkauf der Karten erfolgt künftig durch den Förderverein und durch die Gemeinde.

  5. Verändern sich Öffnungszeiten?
    Die Badnutzungszeiten werden sich verändern. Wenig frequentierte Zeiträume werden entfallen. Rechtzeitig zur Umstellung auf das Vereinsbad wird es eine Veröffentlichung über neue Öffnungszeiten geben.

  6. Was geschieht mit der Nutzung des Bades durch Schulen und Kindertagesstätten?
    Der Schwimmunterricht für Schulen und Kindertagesstätten bleibt nach wie vor im gleichen Umfang erhalten. Die Wasseraufsicht ist von den jeweiligen Nutzern sicherzustellen.
    Die Eintrittsgelder hierfür werden sich verändern.

  7. Wer kümmert sich um die technische Betreuung und die Wasseraufsicht?
    Die technische Betreuung obliegt auch weiterhin der Gemeinde. Die Wasser- oder Schwimmaufsicht wird durch die 3 vorgenannten Vereine sichergestellt. Hierfür stehen ab 2004 Aufsichtskräfte mit mindestens dem Rettungsschein „Silber” zur Verfügung. Ein Schwimmmeister oder -gehilfe ist ab Januar 2004 nicht mehr vor Ort.

  8. Warum wird das Ganze eigentlich gemacht?
    Aufgrund der dramatischen Haushaltslage stehen immer mehr freiwillige Aufgaben der Gemeinde „auf dem Prüfstand”. Das Hallen-und Freibad hat jährlich fortlaufende hohe Verluste (ca. 200.000 €) verursacht. Sowohl die Bezirksregierung in Lüneburg als auch der Landkreis Celle haben darauf hingewiesen, dass der hohe, durch die Badeinrichtungen entstehende Fehlbetrag, so nicht weiter hingenommen werden kann.
    Eine Kommune, die ihren Haushalt nicht ausgleichen kann, und auf Bedarfszuweisungen des Landes angewiesen ist, kann sich ein derartiges Objekt nicht mehr leisten. So die Auffassung der Aufsichtsbehörden. Um einer möglichen Schließung entgegenzuwirken, hat die Gemeinde zusammen mit den drei genannten Vereinen versucht, dieses Konzept des „Vereinsbades” zu entwickeln und zu verwirklichen, um einerseits Kosten zu reduzieren und anderseits den Bürgerinnen und Bürgern das Schwimmen weiterhin zu ermöglichen.

  9. Wo und wann gibt es weitere Informationen?
    Am Sonntag, 25. Mai 2003 ab 11.00 Uhr wird der Förderverein Schwimmbad Wietze e.V. auf dem Badgelände an der Wieckenberger Straße eine Informationsveranstaltung durchführen. Dort können weitere offene Fragen gestellt und anstehende Veränderungen erörtert werden.