Freibad ist doof!

Es ist ab einem gewissen Alter einfach nicht mehr en vogue, ins Freibad zu gehen.
So spätestens ab 16 oder 17 fährt man nämlich an den Baggersee oder stürzt sich in den nächsten Dorfbach, wo das Baden gefährlich und die Mädels schöner sind. Dies kann das Freibad nicht bieten, außerdem pinkeln da Kinder ins Wasser. Und überhaupt: Freibad ist prollig, Freibad ist doof.

Diese Phase hält in der Regel so 15 Jahre an. Dann wird der eingekachelte Badespaß langsam wieder praktisch.
Feierabendtarif für Berufstätige, die Kinder können schön plantschen, werden auch noch vom Bademeister beaufsichtigt. Ist doch ganz nett hier. Ja, Schatz.
So ist das halt. In der Pubertät Dorfstrand mit hohem Flirtfaktor, dann Sinnbild geradezu verwerflichen Freizeitverhaltens, am Ende irgendwie akzeptiert.

Eine Ausnahme gab es natürlich, die das Schwimmbad-Phasen-Lebens-Modell schwer ins Wanken brachte:
Nach(k)tbaden. 15 Leute in drei Pkws verstaut, über den Zaum geklettert, ab ins Becken. Da haben wir es dem
Establishment so richtig gezeigt.
Bis dann der Bademeister (oder die Polizei) kam.

Simon Ziegler