
Ehrenamtskarte: Bedenken
Protest gegen „E-Karte“ verstummt
von Simon Ziegler, CZ, 02.04.2008
Der Landkreis Celle führt am 1. Juli die Ehrenamtskarte ein. Damit sollen ehrenamtlich tätige Helfer Vergünstigungen in Museen, Schwimmbädern oder Bibliotheken erhalten. Nach zahlreichen Widerständen in den Kommunen, die befürchtet hatten, auf den Kosten sitzen zu bleiben, ist der Protest inzwischen verstummt. Nach Kenntnis des Landkreises werden sich alle Gemeinden an der E-Karte beteiligen.
CELLE. Zu teuer, zu bürokratisch, nicht notwendig: Das waren die Schlagworte einiger Bürgermeister, als es um die Einführung der Ehrenamtskarte ging. Das Land Niedersachsen hat sich aber durchgesetzt. Anfang des Jahres haben bereits die Landkreise Wolfenbüttel, Nienburg und Osnabrück die E-Karte eingeführt. Der Landkreis Celle wird zum 1. Juli folgen, sagte gestern Kreissprecher Ralf Schmidt.
Inzwischen ist bekannt geworden, dass sich das Land Niedersachsen mit insgesamt 200000 Euro an den einmaligen Einführungskosten der E-Karte beteiligt. Pro Landkreis stehen 3000 Euro zur Verfügung, hieß es aus Hannover. Für diese Summe können Werbemittel sowie Versandkosten bei der Staatskanzlei abgerufen werden.
Der Landkreis Celle geht inzwischen davon aus, dass sich trotz der zahlreich vorgetragenen Kritik alle hiesigen Gemeinden beteiligen werden. In vielen Gesprächen habe er eine positive Grundtendenz festgestellt, sagte Friedhelm Hüsing, Amtsleiter des Landratbüros.
Auch die Runde der hauptamtlichen Bürgermeister im Städte- und Gemeindebund hat sich auf Kreisebene mit dem Thema befasst. Tenor: Eine niedersachsenweite Aktion will niemand torpedieren, auch wenn der ein oder andere nicht restlos von der Bonuskarte überzeugt ist.
So hatte sich Bergens Bürgermeister Rainer Prokop skeptisch geäußert und gesagt, dass es wichtigere Dinge gebe. Verhindern wollte er die Bonuskarte aber nicht. „Wir gehen davon aus, dass weder zusätzliches Personal benötigt wird und auch keine Kosten entstehen.“
Ähnlich kommentierte Wietzes Verwaltungschef Wolfgang Klußmann die Einführung der Karte, der „das Ganze weiterhin kritisch“ sieht. „Ich werde weder Museen noch Gewerbetreibende noch den Förderverein des Schwimmbads anschreiben, ob dort Rabatte gewährt werden. Bei den kommunalen Einrichtungen wie der Bücherei in Wietze ist ein Bonus aber möglich.“
Fein raus ist die Samtgemeinde Lachendorf. „In den Mitgliedsgemeinden gibt es überhaupt keine einzige Einrichtung, wo wir einen Preisnachlass gewähren könnten“, sagte Samtgemeindebürgermeister Jörg Warncke.








