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TSV Wietze: Fußball/Ehrung 1975

TSV Wietze - Fußballsport

(Beitrag aus »Wietze im 20. Jahrhundert« von Dr. Erich Bunke)

Ehrung unserer 1. Fußballmannschaft 1975
von Rüdiger Halbe

Auf seiner letzten Sitzung hat der Gemeinderat eine Ehrung der 1. Mannschaft unserer Fußballsparte vorgenommen. Es wurde nicht nur die Meisterschaft in der Bezirksklasse geschafft, sondern auch der Pokalsieg im Heidebezirk gegen Mannschaften errungen, die teilweise in höheren Gruppierungen spielen. Diese ausgezeichnete Leistung war nur möglich, weil jeder einzelne Mitspieler sein bestes gab, Herr Halbe als Trainer und Mitspieler eine durch Erfahrung kluge Regie führte und die Mannschaft in den letzten Jahren durch Herrn Dr. Töppel und vor allem auch seiner Frau bestens betreut wurden.

Herr Dr. Töppel führte in seiner Dankantwort unter anderem aus, dass auch die Förderung des Sportes in unserer Gemeinde durch den Rat mitgeholfen und die Voraussetzungen für diese Leistungen geschaffen hätte. Dabei wies er insbesondere auf die Planungen im Sport- und Freizeitpark hin.

Der Spielführer der Mannschaft, Lehrer Rüdiger Halbe, gab einen Blick hinter die Kulissen. Über Erfolge und Misserfolge der 1. Fußball-Herrenmannschaft des TSV Wietze stand in jüngster Vergangenheit sehr viel in den Zeitungen. Doch ich glaube, dass es einmal an der Zeit ist, einen Rückblick auf das Spieljahr 1974/75 und eine Vorschau auf das kommende
1975/76iger Jahr aus einer etwas anderen Perspektive zu geben. die vielleicht auf den ersten Blick nicht immer erkennbar ist.

Erfolge haben irgendwo immer ihre Wurzeln. Erfolge in der Meisterschaft und im Pokal sind über eine lange Distanz Zuschauer. Bei der permanenten Gewöhnung an den Sieg, hat er nur ein spötelndes, mitleidiges Lächeln für das Opfer, den Gegner über und die zwangsläufige. totale Überschätzung des Leistungsvermögens der eigenen Mannschaft ist die unausbleibliche Folge.

Das Team der 1. Fußballmannschaft des TSV Wietze weiß um die kommenden schwierigen Aufgaben. Es hofft auf den Realitätssinn der Zuschauer. Zu überspannten Hoffnungen oder gar auf das Produkt des Zufalls oder des Glücks, sondern vielmehr das Ergebnis einer hervorragenden Kooperation von Spielern, Betreuern und Trainer.
Sie wussten sicherlich nicht, dass 50 Spiele in einer Saison absolviert wurden.
Aber wussten Sie auch, dass davon nur 5 verloren wurden?
Wussten Sie, dass die Spieler innerhalb der Saison an 101 Trainingstagen, das sind 200 Stunden Trainingsarbeit,
teilnahmen?
Wussten Sie, dass die Spieler 275 Stunden inklusive Trainig und. Spiele Fußballarbeit leisteten?
Wussten Sie, dass die Spieler für diese Arbeit keinerlei finanzielle Entschädigung erhalten haben?
Wussten Sie, daß das Training auch bei schlechtester Witterung durchgeführt wird?
Wussten Sie eigentlich, dass 14 von den 18 Spielern Wietzer "Eigengewächse" sind?

Einige Zahlen sind sicherlich sehr aufschlussreich und räumen auch einige Vorurteile beiseite. Bei all dieser Zahlenspielerei fehlt allerdings die Zeit der Vorbereitung und der Anfahrt zu den Spielen. So müssten noch 120 Stunden dazu addiert werden, das heißt, etwa 400 Stunden ihrer Freizeit opferten unsere Spieler für den Fußball, wobei das gemütliche Beisammensein sowie die freiwilligen Stunden der Betreuung nicht mitgerechnet wurden.

Das Team von Spielern, Betreuern und Trainern hat sicherlich viel geleistet, um den zahlenden Zuschauer einen fußballerischen Gegenwert zu liefern.

Vor uns liegt die 'Saison 1975/76 in einer neuen Staffel, der Bezirksliga. Mit Sicherheit werden die Trainingsarbeit und. die Vorbereitungszeit intensiver werden müssen. Der Aufwand von Spielern Betreuern und Trainern wird zwangsläufig größer sein. Ständige Erfolge verwöhnen auch den kritischen Fußballfreund, aber zu Meisterschaftsambitionen sollte sich auch der engagierteste Zuschauer nicht hinreißen lassen. Doch mit Gewissheit ist zu sagen, dass sich das Team des TSV Wietze wieder sehr bemühen wird, um den Zuschauern in Wietze einen sehr guten Fußball zu bieten.